Eure Kinder

Eure Kinder sind nicht eure Kinder
Sie sind Söhne und Töchter
der Sehnsucht des Lebens
nach sich selbst

Sie kommen durch euch
aber nicht von euch
und obwohl sie mit euch sind
gehören sie euch doch nicht

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben
aber nicht eure Gedanken
denn sie haben ihre eigenen Gedanken

Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben
aber nicht ihren Seelen
denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen
das ihr nicht zu betreten vermögt
selbst nicht in euren Träumen.

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein,
aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts
noch verweilt es beim Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

(Khalil Gibran)

12 Kommentare zu “Eure Kinder”

  1. lilifee

    hallo Dori,
    ein sehr passendes Gedicht für mich.

    Ich muß gerade lernen meine Kinder loszulassen.
    Sie werden flügge und wollen ihre eigenen Wege gehen.
    Das fälltmie— als Mutter– nicht ganz leicht.

    einen schönen Tag
    lilifee

  2. Barbara

    Liebe Dori,
    diese Sätze sind sehr wahr und “losgelassen” habe ich schon lange, aber mit Schmerzen und eigentlich gegen meinen Willen.
    Und dann bleibt nur die Einsamkeit und die gedankliche Nähe. Und irgendwann bemerkt man, wie man sich auseinander lebt und voneinander entfernt. Das tut dann wirklich weh. Aber daran denkt man noch nicht, wenn ein so lieber kleiner Mensch auf die Welt gekommen ist, der Fürsorge und Liebe benötigt.
    Ich wünsche Dir alles Liebe
    Barbara aus Dresden

  3. andrea2110

    Liebste Dori, diese Zeilen mit dem Foto von dem süssen Mo berühren direkt mein Herz…und sie bekomme umso mehr Bedeutung, da nun auch in meinem Leben Kinder eine grosse Rolle spielen…”versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen, denn das Leben läuft nicht rückwärts noch verweilt es beim gestern” … das ist einfach so wunderschön ausgedrückt… und es ist immer wieder ein Wunder, was für eine starke Persönlichkeit Kinder bereits haben. Danke für diese wundervollen Worte, Du Liebe, allerherzlichste SONNENgrüsse Andrea

  4. Norbert Glaab

    Liebe Dori,
    so einfach ist es, wenn wir dies nur richtig verstehen würden.
    Die beste Voraussetzung ist, zu erkennen, dass wir uns noch nicht mal selbst gehören. Dazu ist ein wenig Zeitinvestition erforderlich.
    Es hilft jedoch, den Schmerzkörper zu entlasten und viel Leid würde uns erspart werden.

    LG
    Norbert

  5. Dori

    Liebe Lilifee,

    es war für mich sehr schwer, meine Kinder loszulassen. Ich hätte sie gerne für immer da behalten, aber das geht natürlich nicht. Und so habe ich das erlebt, was alle Mütter erleben: es kommt der Tag, da geht Dein Kind, und es gibt nichts, womit Du es aufhalten kannst.

    Aber es kommt zurück - irgendwann.

    Sieh es als Chance, für Dich. Auch Du kannst jetzt neue Wege gehen.

    Viele liebe Sonnengrüße
    von Dori :-)

  6. Dori

    Liebe Barbara,

    alles, wogegen ich mich WEHRE, tut mir besonders weh. Da ich Widerstand leiste. Oft musste ich Menschen loslassen, weil diese das so wollten, nicht weil es meine Entscheidung war.

    Wenn ich zurückdenke, wie locker und leicht ich im Alter von 20 Jahren von Zuhause fortgegangen bin, ohne jemals mich zu fragen, wie es wohl meinen Eltern dabei gehen würde, so haben meine Kinder Jahre später dies genauso getan.

    Das ist das Leben, manches ist nicht so, wie ich es mir mal gewünscht habe, aber ich akzeptiere es und mach das Beste draus.

    Viele liebe Sonnengrüße nach Dresden
    von Dori :-)

  7. Dori

    Liebste Andrea,

    ja - die Kinder können schon im Nu Dein Herz erobern - vor allem, wenn sie noch so klein und unschuldig sind.
    Aber sie können Dich auch verletzen, denn Kinder sind immer sehr offen und ehrlich, sofern man es ihnen nicht abgewöhnt.
    Und so kann ein zweijähriger schon mal zu seiner Mama sagen:
    Weggehen! Das heißt, die Mama soll weggehen, er will sie jetzt nicht dabeihaben. Und die Mutter schluckt und versteht die Welt nicht mehr - habe ich kürzlich mit angesehen und musste schmunzeln, erinnerte ich mich doch an meinen Sohn, der immer im Kindergarten bleiben und nie nach Hause wollte ;-)

    Allerliebste Herzensgrüße für Dich
    und weiterhin viel viel Freude als
    Freundin/Vertraute dieser Kinder,

    Dori

  8. Dori

    Lieber Norbert,

    Du wählst immer so tolle Worte - den Schmerzkörper entlasten.
    Obwohl ich das so zuvor noch nie gehört habe, so weiß ich doch sofort,
    was damit gemeint ist.

    Schön, dass Du hier warst.
    Dori

  9. Erika

    Liebste Dori,
    wunderschön, dieser Text aus dem Propheten von Khalil Gibran. Danke dafür, ich habe ihn schon gehört….
    Und der süße Mo, danke für das Bild
    nach Deinem Kommentar vorher, ein schöner link zum Schmerzkörper:

    http://www.youtube.com/watch?v=AGQqYkKQRTA

    liebe Grüße
    Erika

  10. zentao

    Liebe Dori
    wie wahr…wie wahr.. ich kenne dieses Gedicht und erinnert mich immer wieder an vieles…Danke Dir
    vg zentao

  11. Dori

    Liebste Erika,

    danke für den Link. Ich habe mir das/die Videos angesehen, sie sind sehr wertvoll, wie ich finde, obwohl ich mich mit Ekkehard Tolle bisher noch nicht wirklich auseinandergesetzt habe.

    Ich habe den kleinen Mo gestern Abend wieder geschaukelt, und meine Tochter meinte: was macht Ihr zwei da, bei mir ist der nämlich immer ganz ruhig - lach! Ich liebe ihn!

    Hab einen schönen Tag, DU LIEBE,

    Dori :-)

  12. Dori

    Lieber zentao,

    jeder Mensch, der selbst Kinder hat und sie liebt und liebevoll in und durch dieses Leben begleitet hat, wird all seine Empfindungen in diesem Gedicht noch einmal wiederfinden.

    Schön, dass Du hier warst.
    Viele liebe Sonnengrüße
    von Dori

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