Die wilde Frau
Die wilde Frau ist zugleich eine freie Frau. Frei, weil sie unabhängig ist von den Urteilen der Menschen. Sie weiß, diese Urteile dienen nicht dem Leben, im Gegenteil, sie sollen Leben einschränken. Die wilde Frau lässt sich aber nicht einschränken, sie richtet sich nicht nach den Menschen, sondern nach ihrer Intuition. Diese Intuition ist in uns Frauen oft verschüttet. Wir finden sie, wenn wir aufmerksam in uns hineinhören und empfänglich sind für das, was wir im Innersten spüren. Es ist unser Selbsterhaltungstrieb, der uns fragen lässt: Soll ich hierhin oder dorthin, soll ich warten oder mich beeilen, was ist heilsam für mich?
Es ist diese Sehnsucht nach Leben, die uns dazu bringt, zündende Ideen zu entwickeln und leidenschaftlichen Einsatz zu zeigen, wenn wir uns eine neue Perspektive für unser Leben geben wolle. Wenn wir warten, bis es andere für uns tun, bleiben wir abhängig. Die wilde Frau in uns setzt ihre eigenen Kräfte dafür ein, dass sich etwas in unserem Leben verändert. Sie spürt, was für sie stimmt, und sie handelt daraus, auch wenn es für andere ungewöhnlich erscheint. Sie vertraut ihrer inneren Stimme mehr als den Stimmen von außen, die sie oft in die Anpassung zwingen wollen. Sie folgt ihrem Instinkt, dem Vertrauen in ihre innere Kraft. Das macht sie zur wilden und innerlich freien Frau. Die wilde Frau spürt ihr inneres Feuer, sie weiß, was sie an Ungebändigtem in sich hat. Sie ist ohne Hemmung, deswegen lebt sie ihre Freude auch als Freude, und ihren Kummer als Kummer. Sie hat auch als erwachsene Frau das Ursprüngliche in sich nicht verloren.
Die wilde Frau ist immer dann unangepasst, wenn andere ihre Lebendigkeit eingrenzen wollen. Dann folgt sie ihrem ganz Eigenen, anstatt ihre Natur zu verleugnen. Sie gibt sich selbst den Raum, den sie zum Leben braucht.
Die wilde Frau kennt auch ihre feurige Seite, sie leugnet nicht ihre zerstörerischen Energien und ihre Wildheit. Sie hat jedoch gelernt, damit achtsam umzugehen. Jede wilde Frau kennt ihre destruktiven Seiten, ihren Hass, ihren Zorn oder ihre Geheimnisse. Sie muss sie nicht abschneiden, vielmehr kann sie darin auch Gaben und Weisheiten für sich erkennen. Dann können sich diese Energien in aufbauende Kräfte verwandeln, die etwas in ihrem Leben bewegen.
Genauso lebt eine wilde Frau auch ihre Zartheit und ihr Mitgefühl für alles Verletztliche. Die Kraft der wilden Frau dient immer dem Leben.
Die wilde Frau macht anderen deutlich, dass sie sich ernst nimmt. Sie lässt sich nicht einfach
beiseite schieben, sie geht mit ihrer Wildheit aus sich heraus und lebt ihre Kraft. Sie weiß, dass sie damit etwas in Bewegung bringt, dass sie zum Ziel kommt mit dem, was ihr wichtig ist. Eine wilde Frau ist die, die zeigt wie sie ist. Sie ist echt und klar in ihrem Ausdruck und bringt die Dinge auf den Punkt.
Wichtig ist, dass die wilde Frau sich traut zu sagen, was sie zu sagen hat – ob sie damit von anderen gemocht wird oder nicht. Das ist für die wilde Frau zweitrangig. Sie muss sich selbst mögen und annehmen mit dem, was zu ihr gehört. Dadurch wird sie frei – vor allem frei von den Urteilen anderer.
aus “Königin und wilde Frau” von Anselm Grün und Linda Jarosch

am 28. Januar 2010 um 10:43 Uhr.
Liebe Dori,
genau zur rechten zeit Dein Text.
Im Tarot ist es für mich die königin der Stäbe, die diese Wildheit lebt ohne Rücksicht auf Verluste, weil sie es tun muß, weil sie nicht andedrs mehr sein darf, um sich selbst nicht mehr zu verlieren.
Sie steht am Ende eines Weges vieler frauen, die zwar könnten, wenn sie nur zuließen, weil das innere Feuer sie verbrennen würde, lebten sie nicht mit ihm und durch es.
Die Dynamik, die im leben einer Frau entstehen kann (endlich), die dieses Feuer in sich als ihren Motor, ihre Kraft erkennt ist unermesslich und am Ende verhilft sie auch (wieder) ihrer Umwelt zu anderen Sichtweisen, genau eben durch ihre gelebte Freiheit.
Ich musste auch an die Wolfsfrau denken.
Ein so gutes Buch.
allles Liebe auf dem Weg des inneren Feuers,
das nicht erlöschen darf
weil es den Weg weist
elisabeth
am 28. Januar 2010 um 15:16 Uhr.
Liebste Elisabeth,
es ist sooo vieles passiert - in rasender Geschwindigkeit, so schnell, dass ich gar nicht schnell genug schauen kann. Und dennoch ist dieses Gefühl - nein - es ist ein Wissen, dass all das seit langem vorbestimmt ist, dass dies alles noch einmal geschehen musste, um mir zu zeigen, wer ich WIRKLICH bin. Der richtige Zeitpunkt für all das, was ich beginnen muss, was getan werden muss, ist JETZT!
Wilde Herzensgrüße
Dori
am 28. Januar 2010 um 19:26 Uhr.
Liebste Dori,
schön, dass Dir das Buch gefällt. Die wilde Frau hat mich damals auch sehr angesprochen, als ich das Buch gekauft habe. Das Innere Feuer brennt auch in mir und ich fühle mich wohl, wenn ich echt sein kann. Lebe meine Freude und spüre meinen Kummer, so wie es ist.
Wunderschön der Text.
Alles Liebe und herzliche Grüße
Erika
am 28. Januar 2010 um 20:51 Uhr.
Liebste Erika,
WWW - wild, weise und weich. Das möchte ich sein, das wünsche ich mir für mich. Ich empfinde alles EXTREM, Glück, Kummer, Schmerz, Dankbarkeit. So war es schon immer.
Allerliebste HERZENSgrüsse,
Dori
am 28. Januar 2010 um 23:18 Uhr.
Hallo Dori,
hast Recht. Die wilde Frau kann nur ein Steinbock gewesen sein.
Sie lässt zunächst zu was mit ihr geschieht. Sie vertraut darauf, dass sich ihr Schwiegervater an die Vereinbarungen hält. Sie wartet ab und fällt aus allen Wolken als sie feststellen muss, dass Juda nicht im Traum daran denkt ihr Schela zum Mann zu geben.
Für damalige Verhältnisse stand sie somit vor dem “Nichts”. Diese Erkenntnis war der Wendepunkt. Erst jetzt wurde sie aktiv. Zum Schluß setzt sie alles auf eine Karte und bekommt letztendlich ihr Recht.
Was allerdings gewesen wäre, wenn sich Judas Gewissen nicht gemeldet hätte? Darüber darf man gar nicht nachdenken.
Liebe Grüße
Christa Schwemlein
am 29. Januar 2010 um 9:56 Uhr.
Hihi liebe Christa,
Steinbock mit Aszendent Löwe - ich sags Dir
Wie oft haben wir schon vor dem “Nichts” gestanden? Sei es durch eine Krankheit, oder durch Arbeitslosigkeit, oder den Verlust des Partners usw. Und immer wieder stehen wir auf und machen weiter.
Und wenn Juda anders entschieden hätte, so hätte sie dennoch einen Weg gefunden, da bin ich mir völlig sicher.
Allerliebste Sonnengrüße
Dori
am 29. Januar 2010 um 11:14 Uhr.
Schade, ich kenne mich mit dem Zusammenwirken der Sternkreiszeichen und deren Aszendenten überhaupt nicht aus. Ich weiß auch nicht, welcher Aszendent bei mir mitmischt.
Wie oft wir schon vor dem “Nichts” standen? Ich schon ein paarmal.
Dreimal durch lebensbedrohliche Krankheiten.
Arbeitslosigkeit traf mich zweimal. Einmal davon sehr schmerzlich, weil ich diese Arbeit über alles liebte und leidenschaftlich ausübte. Es hat sehr lange gedauert bis ich diesen Verlust überwunden hatte.
Und vor einigen Jahren die Arbeitslosigkeit meines Mannes, die mir in meiner Familie eine ganz neue Rolle zuwies, in die ich mich erst einfinden musste. Lach, das ist eine Idee für einen neuen Blogbeitrag.
Meinen Partner habe ich zum Glück nicht verloren. Aber das war und ist ein großes Stück Arbeit und war und ist nicht immer leicht. Auch dies wäre mal ein Thema für einen Blogbeitrag. Vielleicht unter dem Titelel “Die Geheimnisse einer funktionierenden Ehe” oder so….. LEBEN pur!
Und wenn Juda anders entschieden hätte? Oh Dori, du sagst das so salopp daher. Wenn man der Bibel Glauben schenkt, so wäre Tamar in der damaligen Zeit als Hexe verbrannt worden.
Warum stehen manche Menschen immer wieder auf und machen weiter während andere lieben bleiben? An dem Spruch - “was dich nicht umbringt macht dich härter” - da ist was dran. Mir hat mal jemand gesagt: “Hüte dich vor Menschen, die schon viel mitgemacht haben”. Das gab mir zu denken.
Allerliebste HERZensgrüße aus einem mausgrauen Mannheim.
Christa
am 29. Januar 2010 um 19:46 Uhr.
Hallo wilde Frau :-)),
ist es nicht wunderbar diese Kraft in sich zu spüren und zu wissen, ich kann. Sich seiner selbst sicher zu sein und zu wissen, das man die Energie und den Glauben hat, an sich selbst zu glauben. Der Text ist wunderbar und gibt vieles wieder, was ich über mich und andere Frauen weiß.
Liebe Grüsse
Anka
am 29. Januar 2010 um 20:04 Uhr.
Liebste Anka,
warum nur musste ich dafür erst dieses Alter erreichen? Ich hätte es so gerne schon früher gehabt, dieses Gefühl. Autark zu sein, ganz bei mir selbst, ohne Einflüsse von außen einfach mein DING zu machen.
Aber dann denke ich, alles ist gut so, wie es ist. Das Leben hat halt für mich einen etwas längeren Weg vorgesehen. Wer weiß, wo der noch hinführt.
Allerliebste Sonnengrüße
Dori
am 1. Februar 2010 um 17:20 Uhr.
wow….warum nur fühl ich mich hier gleich erkannt?
jede frau sollte das wilde leben…unbedingt und bitte immer wieder!
am 1. Februar 2010 um 23:41 Uhr.
Liebe Blue,
das denke ich mir, dass Dir dieser Text gefällt
Liebe Abendgrüße in die Schweiz,
Dori
P.S. Hab mir heute neidvoll die Bilder von Deinem Hund im Schnee angeschaut