Weise Frauen
Weise Frauen haben in anderen Kulturen immer eine besondere Achtung erfahren. Aufgrund ihrer Lebenserfahrung und ihrer Weisheit wurden sie gerne um Rat gefragt.
In der heutigen Zeit ist Jugendlichkeit hoch angesehen, was dazu geführt hat, dass die weise Frau an Bedeutung verloren hat. Doch viele Frauen sehnen sich wieder danach, einer weisen Frau zu begegnen. Sie spüren, dass sie sich im Alltag oft verlieren und nicht mehr in ihrer weiblichen Kraft stehen. Sie wünschen sich, eine Frau in ihrer Nähe zu haben, die Lebenserfahrung, Geduld und Milde ausstrahlt, eine Frau, die weise und gütig auf sie schaut, wenn sie sich ihr anvertrauen mit allem, was sie in ihrem Frauenleben bewegt.
Eine weise Frau hat einen größeren Überblick, sie sieht die Dinge auch von oben. Sie urteilt nicht, sie lässt es auf sich beruhen. Sie führt eine Frau von ihrem äußeren Geschehen weg in das Innere. So kann diese wieder zu ihrer eigenen Mitte finden und ihrer Situation einen neuen Sinn geben.
Mit einer weisen Frau verbinden wir nicht nur Weisheit, sondern auch Lebenserfahrung, Würde, Wärme und Weitherzigkeit. Wenn wir weisen Frauen begegnen spüren wir oft, dass diese Frauen in sich ruhen. Sie haben das Leben von allen Seiten kennengelernt. Sie haben aus ihren positiven und ihren schmerzlichen Erfahrungen Einsichten gewonnen, die sie zur Weitsicht geführt haben.
Ältere weise Frauen strahlen auch eine Dankbarkeit aus für das, was sie im Leben erfahren durften. Sie sind offen für das, was ihnen begegnet, aber sie fordern nichts mehr, sondern freuen sich an dem, was ist.
Sie drängen ihre Weisheit nicht auf, aber sie sind da, wenn andere sie brauchen.
Aus „Königin und wilde Frau – Lebe was Du bist!“ von Anselm Grün und Linda Jarosch

am 27. Januar 2010 um 6:34 Uhr.
Liebste Dori,
ich habe bereits zu Schulzeiten Ferialpraktika in Pflegeheimen gemacht - auch weil ich nie eine richtige Oma gehabt habe. Und dort hatte ich Begegnungen mit älteren Damen, an die ich immer denken werde… Auch bei der Arbeit der Clowns in Altenheimen habe ich unglaublich schöne, fröhliche, berührende, weise Begegnungen erleben dürfen… Lebe, was du bist… ja… und vergiss den lila Hut nicht!
Allerliebste Morgengrüße zu dir, Elisabeth
am 27. Januar 2010 um 10:12 Uhr.
Liebste Dori, das klingt wunder-wunderschön. Ich möchte nicht nur einer weisen Frau begegnen, es ist jetzt sogar ein Ziel, selber eine zu sein! Lustig mal wieder unsere Übereinstimmungen, ich hab mir grad ein Buch bestellt, das da heisst “Das volle Leben”, Frauen über Achtzig erzählen, eine abenteuerliche Reise in die Lebensgeschichten dieser Frauen.
“Sie drängen ihre Weisheit nicht auf, aber sie sind da, wenn andere sie brauchen.” Einfach schön… DANKE. Allerliebste Herzensgrüsse Andrea
am 27. Januar 2010 um 11:02 Uhr.
Liebe Dori,
und das aller aller aller Wichtigste an weisen Frauen ist:
sie haben gelernt allein zu sein, sich zurückzuziehen,
im richtigen Moment die Ohren nach außen zu verschließen
um ausschließlich auf Eines zu horchen:
die innere Stimme.
alles Gute und liebe
elisabeth
P.S: ein süßes Bild von Deiner lieben, weisen Omi!
am 27. Januar 2010 um 11:33 Uhr.
Liebste Elisabeth,
ich habe nur zu dieser Oma diese intensive Beziehung gehabt, und nur bis ich 11 war. Ich erinnere mich noch heute - wenn ich die Augen schließe - an ihren Duft. Bis zu ihrem Tod hatte sie pechschwarze lange Haare, die sie in einem Knoten trug. Ich fand meine Oma auch mit 75 noch wunderschön, und für mich ist sie viel zu früh aus meinem Leben fortgegangen. Nun werde ich immer älter, und ich möchte genau das sein, was meine Oma für mich und für andere Menschen war.
Allerliebste Herzensgrüße
Dori
P.S. Bist Du eigentlich ein Frühaufsteher?
am 27. Januar 2010 um 11:35 Uhr.
Liebste Andrea,
da schließe ich mich Dir voll und ganz an. Ich habe so ziemlich alles an Lebenserfahrungen hinter mir, die man so haben kann
Und ich finde mein Leben (wieder) schön. Weil ich bei mir angekommen bin. Ich glaube, dies ist die beste Voraussetzung.
Danke übrigens für den Buchtipp, das hört sich spannend an.
Allerliebste Herzensgrüße
Dori
am 27. Januar 2010 um 11:37 Uhr.
Liebste Elisabeth,
ich bin ganz bei mir. Ich höre auf meine Innere Stimme, ich bin in der Stille. Ich habe den Ritter der Kelche auf die Situation gezogen, und das ist für mich total schlüssig.
Danke für Deine lieben Worte zu meiner Omi.
Sie war eine Frau, die völlig in sich selbst ruhte, und das ist für mich eine erstrebenswerte Situation.
Allerliebste Sonnengrüße nach Wien,
Dori
am 27. Januar 2010 um 12:12 Uhr.
Liebe Dori,
ich hatte leider keine Oma. Beide waren schon tot als ich geboren wurde. Mein Opa übernahm bis zu meinem 7. Lebensjahr diese für mich wichtige “weise” Rolle.
Auch wenn Anselm Grün in diesem Buch sich dahingend äußert, dass Frauen oft ein Wissen besitzen, das dem Mann fehlt, dieses Nichtwissen den Männern Angst mache, sie sich deshalb hinter ihrer “Ratio” verstecken würden und alles Wissen über die Intuition und deren Zusammenhänge ablehnen, bin ich froh und dankbar meinen Opa in den ersten Jahren als Wegbegleiter gehabt zu haben.
Mir hat gefallen wie Anselm Grün die Weisheit der Frauen am Beispiel von “Hanna” beschreibt. Ich mag aber auch die “wilde” Frau - “Tamar”.
Tamar wurde um ihr Recht gebracht, nämlich den Platz in ihrer neuen Familie zu bekommen, auf den sie durch ihre Heirat einen Anspruch hatte. Was ihr nicht freiwillig gegeben wurde, weiß sie sich zu holen.
Die Geschichte der Tamar lädt ein mal die eigene Rolle in der Familie in den Blick zu nehmen.
Ein lesenswertes Buch das Anselm Grün zusammen mit seiner Schwester geschrieben hat.
Einen herzlichen Gruß aus Mannheim
Christa Schwemlein
am 27. Januar 2010 um 12:54 Uhr.
Liebe Christa,
ich hatte leider keinen weisen Opa, ich weiß, dass viele Menschen im Alter Weisheit erlangen, auch - und gerade - Männer.
Das Buch ist wirklich toll geschrieben, ich bin noch nicht ganz durch. Interessant finde ich auch den Buchtipp von Andrea, da werde ich mich noch mit beschäftigen.
Ich sende Dir ganz viele liebe Grüße
nach Mannheim,
Dori
am 27. Januar 2010 um 14:55 Uhr.
Liebe Christa,
habe mich soeben mit der “Wilden Frau” beschäftigt und sehr vieles wiedergefunden. Das wird sogleich mein nächstes Post werden.
Lieben Gruß
Dori
am 27. Januar 2010 um 16:26 Uhr.
Schön Dori, dann können wir uns ja austauschen.
Ob Tamar, die “wilde Frau”, auch ein Steinbock war, weil sie sich keinen Normen anpasste und sich nicht fremd bestimmen ließ?
Wenn Schreiben nicht so viel Arbeit machen würde, ich glaube ich würde mich auch gleich dransetzen. Zu “Tamar” und auch zu “Judit”, der Kämpferin, wüsste ich auch viel zu schreiben.
Ich freu’ mich auf dein nächstes Post. Bis dahin viele Grüße
Christa
am 27. Januar 2010 um 16:28 Uhr.
Liebe Christa,
was ich da so gelesen habe, kann Tamar nur Steinbock-Frau gewesen sein
Viele liebe Grüße
Dori
am 27. Januar 2010 um 19:38 Uhr.
Liebste Dori,
schön, dass Du aus dem Buch zitierst. Ich finde alte Menschen auch sehr interessant, im Altenheim habe ich in den letzten zwei Jahren viele Erfahrungen gesammelt. Meine Oma war nicht meine leibliche, weil diese schon mit 48 Jahren verstarb. Es war eine liebe weise Frau, die 96 Jahre alt wurde. Sie hatte etwas Besonderes, was ich bei sonst keinem Menschen wahrgenommen habe damals.
Ja, wir sollen auch diese weise Frau in uns haben, aber das haben wir ja schon, oder ???? Für mich bist Du auch eine weise Frau, aber eine junge in den besten Jahren…….
Liebe Grüße
herzlichst Erika
am 28. Januar 2010 um 15:24 Uhr.
Liebste Erika,
ob leibliche Oma oder nicht - was spielt das für eine Rolle. Und wer weiß, woher Ihr Euch kanntet?
Am Wochenende werde ich mich mit ganz vielen “weisen” Frauen treffen, und da freue ich mich besonders drauf, denn diese Energie ist schön und wundervoll.
Mit den weisen alten Frauen in meinem Leben sieht es nicht mehr so gut aus, seit ich in ein bestimmtes Alter gekommen bin. In meinem Umfeld gehöre ich nun zu den Ältesten
Herzlichste Sonnengrüße für Dich,
Dori