Die Seele
Auszug aus Clemens Kuby “VISIONEN”
Ohne unsere Seele sind wir keine Menschen. Unsere Seele ist unser wichtigstes Organ, um auf
den Gipfel des Glücks zu gelangen. Unsere Seele weiß in jedem Moment, was uns gut tut und was nicht. Wir schenken ihr nur kein Gehör oder wenn zwar, dann folgen wir ihr dennoch nicht. Dabei hat die Seele kein anderes Interesse als Stress zu vermeiden. Die Seele sucht in jeder Situation den Ausgleich, die Harmonie. Sie möchte mit einem Minimum an Aufwand Frieden, d.h. Liebe herstellen.
Bei allem, was so durch das Universum tobt, auch durch unser persönliches Universum keine leichte Aufgabe, dennoch lösbar. Jedes Wesen, jedes Atom, jedes Elementarteilchen, jede Welle, jede Frequenz verhält sich letztlich so. Unser Ego dagegen hat Pläne, ist an Macht und Materie interessiert. Unser Ego hat wenig Interesse sich unserer Seele unter zu ordnen. Es sucht nicht den Ausgleich, sondern den Vorteil. Es hat keine Skrupel sich auf Kosten anderer Wesen zu behaupten, es ist aus Prinzip, wie sein Name schon sagt, egoistisch. Da hat es die Seele schwer, um zu ihrem Recht zu kommen. Meistens wird ihr der Mund verboten, sie hat zu schweigen, zumindest so lange, wie wir im Verwertungsprozess stehen. Manche vertrösten die Bedürfnisse auf das Rentenalter, aber so lange wartet die Seele mit ihren Bedürfnissen meistens nicht. Sie glaubt auch nicht, dass sie dann wirklich zu ihrem Recht kommt. Es finden täglich, von klein auf, so viele Konflikte statt, die das Ego nicht lösen kann, die lediglich verdrängt, unterdrückt und durch größere Konflikte kompensiert werden, dass eine Rentenzeit nicht ausreicht, um das alles wieder zu harmonisieren.
Wir wissen eigentlich, was unsere Seele meint und will, aber wir setzen uns über sie hinweg. Die Seele schickt uns ständig Gedanken, Gefühle, Bauchgefühle, Einsichten, aber wir nehmen sie nicht ernst.
Dann wird die Seele lauter, wir haben kleine Unfälle, Missgeschicke, Pech, Streit, Kampf, Verluste, Krankheiten und so weiter, trotzdem folgen wir lieber unserem Ego, das mit dem ganzen Mist uns weis macht fertig zu werden und die kleine, zarte, feinfühlige Seele bleibt auf der Strecke. Eine Seele aber gibt nie auf. Sie hat ja keine Eile. Sie stirbt ja nicht, wenn das Ego am Ende ist, wenn der Körper abgewirtschaftet ist. Eine Seele hat keinen Anfang und kein Ende. Eine Seele ist eine Schwingung, die komprimiert und dekomprimiert, verdichtet sich und löst sich. Da wo sie am stärksten sich verdichtet wird eine Form sichtbar, die wir Materie oder Körper nennen.
Der Körper aber ist nie ohne Seele, eine Seele aber bisweilen ohne Körper.
Mit dem Körper bilden wir ein Ego heraus, indem wir uns mit der Materie und nicht mit dem Geist identifizieren.

am 14. November 2009 um 0:06 Uhr.
Liebe Dori,
meine Seele hat mich dieses Jahr ganz gewaltig ausgebremst. Hat mein Leben privat und beruflich völlig über den Haufen geworfen. Und mich nach langer Zeit imBruchteil von Sekunden den Wert des Lebens erkennen lassen. Meine Seele hat lange vorher schon geschrieen. Nur wollte und konnte ich es nicht wahrhaben, die Welt um mich war viel zu laut. Seitdem macht sich meine Seele häufiger bemerkbar, zwingt mich in Ruhephasen und macht mich nachdenklich. Es ist ein anderes Leben, auch wenn es nach außen immer noch viel Ähnlichkeit mit dem Leben davor hat. Ich habe gelernt, die Handbremse zu ziehen. Und dadurch, wenn nötig, auch eine größere Drehung hinzulegen.
Alles Liebe,
Sunny
am 14. November 2009 um 6:21 Uhr.
Liebe Dori,
wie gut ich das kenne. Gegen meine Seele leben, ist anstrengend und ungesund. Ich merke das sofort, wenn es so ist. Trotz diesem Wissen, versuche ich es immer wieder, gebe aber heute viel früher meine Seele nach, aus gutem Grund, sie weiss es besser
Liebe Grüsse
Anka
am 14. November 2009 um 15:55 Uhr.
Liebste Dori,
Clemens Kuby sagt zu Recht, dass uns allzu oft unser Ego im Weg steht und verhindert, dass wir einerseits die zunächst leisen Hinweise unserer Seele überhaupt wahrnehmen oder andererseits bereit sind, ihnen zu folgen, wenn wir sie doch hören.
Zu diesem Thema gibt es in einem meiner Lieblingsbücher - “Der Weg ins Glück” von Bernard Benson - ein Kapitel, das ich gerne mit Dir und Deinen Gästen (gibt es eigentlich auch Gästinnen?) teilen möchte. In diesem Buch - das ich am liebsten jedem Menschen schenken würde - nehmen uns zwei kleine Kinder auf eine erlebnis- und erkenntnisreiche Wanderung mit. Auf ihrer langen Reise begegnen ihnen viele liebe und hilfsbereite Menschen, die ihnen sehr gerne ihre Weisheit vermitteln, bis die beiden jungen Ausflügler schließlich auffallend verändert wieder nach Hause zurückkehren.
Die Marionette, die entkam
… bald begegneten die beiden einer freundlichen Frau, die mit drei kleinen Kindern eilig voranschritt.
„Wohin so schnell?“ fragten sie.
„Zum Marionettentheater“, antwortete die Frau. „Kommt mit“.
So eilten sie gemeinsam weiter. Bei ihrer Ankunft im Dorf war dort alles in heller Aufregung. Der Marionettenspieler war schon mit seinen Puppen da. Die Kinder schlichen hinter die Bühne, um zu sehen, was sich da eigentlich abspielte. Der Marionettenspieler war so beschäftigt, dass er sie nicht bemerkte. Sie aber sahen seine große Truhe, voll von Marionetten, an denen Fäden baumelten. Die Marionetten lagen leblos da. Sie waren seine Sklaven! Da hob sich der Vorhang, und die Vorstellung begann! Man konnte den Puppenspieler nicht sehen, konnte sogar die Fäden kaum sehen, aber die beiden Kinder waren hinter sein Geheimnis gekommen. Sie hatten gesehen, dass Edgar Georg Olson oder E.G.O., wie er sich gewöhnlich kurz nannte, oben an allen Fäden kleine Schildchen befestigt hatte, um sie nicht zu verwechseln und die Kontrolle über die Puppen nicht zu verlieren. Zu einem der Arme, mit einer riesigen Hand am Ende, führte ein Faden mit der Aufschrift: “Greif zu, raff alles an dich, was du in die Finger bekommen kannst!” Und am anderen Arm war eine Hand mit einer riesigen Keule und der Faden trug die Aufschrift: “Verteidige, verteidige um jeden Preis, was du besitzt!” Ein anderer Faden trug die Aufschrift “Prestige”. Der führte zu einem Bein, das viel länger war als das andere, so dass diese Marionette sich beträchtlich über die anderen erheben konnte. Dann gab es eine Reihe von Fäden, die zum Gesicht führten, und damit konnte man die Marionette dazu bringen, die fürchterlichsten Grimassen zu schneiden. Auf den Schildchen dazu stand: “Zorn”, “Eifersucht”, “Täuschung”, “Selbstsucht”, “Hochmut”, “Geiz”.
E.G.O. gab eine staunenswerte Vorstellung, und die Marionette führte ganz außergewöhnliche Dinge vor. Alles klatschte, aber mit einemmal rief eines der beiden Kinder, die verstanden hatten, was sich wirklich abspielte, laut: „Warum lässt du zu, dass der Puppenspieler derart mit dir umspringt?“
Augenblicklich zog E.G.O. scharf an zwei Fäden, woraufhin sich die Puppe selbst die Ohren zuhielt, so dass sie nichts mehr hören konnte! Doch es war schon zu spät!
In dem Bemühen, freizukommen, fing die Marionette an, sich ringsum zu winden und eine Schlacht war im Gange zwischen der Marionette, die frei sein wollte, und E.G.O., der sie an den Fäden hielt. Vom Marionettenspieler waren allerhand Gebrüll und Gezeter zu hören, als er darum kämpfte, die Herrschaft zurückzugewinnen. Es war schrecklich aufregend, das alles mitanzusehen. Schließlich gab der Marionettenspieler aber auf und ließ voller Zorn den Vorhang herab, und die Leute gingen nach Hause. Die Kinder, die aber erahnten, was sich da weiter zutrug, fragten die Frau, die sie mitgenommen hatte: „Was wird jetzt mit der Marionette geschehen?“
„Schauen wir doch in meine Kristallkugel, vielleicht können wir es sehen!“
Da begriffen die Kinder, dass sie eine wohlwollende und weise Zigeunerin war. Sie holte vorsichtig die Kugel aus ihrem Korb und alle schauten hinein. Plötzlich erhob sich ein Wirbeln milchigweißer Wolken in der kristallenen Zauberkugel. Dann zerstreuten sie sich, und mitten im Innern tauchte der Marionettenspieler auf.
„Schaut nur, er ist wütend“, riefen die Kinder.
„Es fehlen zwei Fäden“, hörten sie ihn fluchen. „Ich muss unbedingt einen am Geist und einen am Herzen haben!“ Er brachte es aber nicht fertig. An Herz und Geist gab es keine Haken, nichts, woran man die Fäden befestigen konnte! Und jetzt tobte der Kampf erst richtig. Die Marionette, in ihrem Geist endlich frei, wollte nicht länger nur Marionette sein und nach E.G.O.’s Willen an den Enden der Fäden tanzen. Sie fand in der Truhe eine Schere und durchschnitt einen der Fäden. Erst mal nur einen, weil sie sich noch ein wenig vor E.G.O. fürchtete und sehen wollte, was geschehen würde. Und es geschah! E.G.O. wurde fürchterlich zornig. Er legte rasch einen neuen Faden an und befestigte ihn gründlich.
In der Nacht darauf durchschnitt die Marionette wieder einen Faden, mit dem gleichen Ergebnis. Das ging sieben Nächte so, da erkannte sie, dass sie so nichts erreichte. Verzagt sagte sie zu sich: „Was kann ich tun?“
Und ihr Herz antwortete: „Das machen wir gemeinsam.“
„Aber wie?“ fragte die Marionette.
„Reibe sacht alle Fäden an mir, und nach und nach werden sie so dünn und brüchig, dass sie eines Tages alle gleichzeitig reißen und du frei sein wirst!“
So fing sie damit an, nach und nach, aber ganz beständig. Eines Tages beschloss dann der Puppenspieler, eine phantastische Vorstellung zu geben. Die Marionette sollte auf ihrem hohen Bein stehen, ihre Übermacht über alle anderen zeigen, alles nehmen, was sie bekommen konnte, und alles verteidigen, was sie besaß!
Da plötzlich zerrissen alle Fäden und die Marionette war FREI! Und E.G.O. stand da und hielt nur noch ein lächerliches Stückchen Holz in der Hand, von dem leere Fäden baumelten! Die Marionette war frei und sie lachte und sang und tanzte. Und alles staunte, ganz besonders all die anderen Marionetten.
Als an jenem Abend die Marionette, die nun eigentlich keine Marionette mehr war, sang und tanzte, hielt sie plötzlich inne und sagte zu sich: „Was ist das Größte, das ich jetzt, da ich frei bin, tun kann?“
Und ihr Herz antwortete: „Die anderen Marionetten lehren, wie sie von ihrem E.G.O. freikommen können.“
Da begannen einige gleich zu arbeiten und arbeiten, bis sie endlich frei waren. Aber andere brachten es einfach nicht fertig. Ihre Zeit war eben noch nicht gekommen. „Was sollen wir machen? Was sollen wir machen?“ riefen sie laut.
„Wenn ihr von eurem E.G.O. nicht freikommen könnt, dann macht es zu eurem Freund, so dass es nach eurem Wunsch handelt und gebt die Vorstellung gemeinsam“, sagte eine, die frei war. „Passt aber auf, dass es eine richtig gute Vorstellung wird, lehrreich und unterhaltsam. So dass ihr auch als einfache Marionetten den Menschen helft und sie beglückt, und selber glücklich sein könnt.“
Und das Marionettenland erfüllte sich mit so viel Freude und Licht und Musik, dass es für immer entschwebte.
Sie dankten der Dame, dass sie sie hergeführt hatte, und sagten, dass sie nun, da sie noch klein wären und erst am Anfang ständen, sich mit ihrem E.G.O. anfreunden und es dazu bringen wollten, nur Positives zu tun. Da legte die Dame die Kristallkugel lächelnd weg: „Das wird viel Zeit brauchen, ist aber zu machen, die Marionetten müssen es nur stark genug wollen!“
Ich wünsche Dir und allen Deinen Besucherinnen und Besuchern stets ein offenes Ohr für die Botschaften ihres Herzens und den Mut, den Weg zu gehen, den ihre Seele für sie vorgesehen hat.
Alles Liebe,
Jürgen
am 15. November 2009 um 10:45 Uhr.
Lieber Jürgen,
ich danke Dir für den Buchtipp. “Der Weg ins Glück” hört sich gut an, und ich werde mich gleich mal schlau machen.
“Wenn ihr von eurem E.G.O. nicht freikommen könnt, dann macht es zu eurem Freund, so dass es nach eurem Wunsch handelt und gebt die Vorstellung gemeinsam“, sagte eine, die frei war. „Passt aber auf, dass es eine richtig gute Vorstellung wird, lehrreich und unterhaltsam. So dass ihr auch als einfache Marionetten den Menschen helft und sie beglückt, und selber glücklich sein könnt.“
Zur Zeit sieht es so aus, als sei ich immer noch zu sehr im Außen behaftet, denn meine Seele hat sich wieder einmal sehr deutlich bemerkbar gemacht. Also werde ich dem Rat folgen und mein Ego, so weit es mir möglich ist, zu meinem Freund machen
Allerliebste Sonnengrüße
Dori
am 15. November 2009 um 10:46 Uhr.
Liebe Sunny,
ich freue mich, dass Du wieder einmal “hier” warst. Ich habe auf Deinem Blog sehr wohl mitbekommen, dass es Dir eine Weile nicht so gut ging.
Hör nur einfach bei allem, was Du tust, auf Deine Seele. Denn sie meint es immer gut mit Dir und rät nie das Falsche.
Alles Liebe für Dich
Dori
am 15. November 2009 um 10:48 Uhr.
Liebe Anka,
Widerstand gegen das zu leisten, was die Seele Dir rat, ist wirklich sehr anstrengend, und oftmals führt es auch zu Krankheit oder sonstigen Desastern.
Aber je bewusster wir werden, desto eher können wir (auf) die Stimme unserer Seele hören.
Hab einen schönen Sonntag,
Dori
am 17. November 2009 um 18:16 Uhr.
danke du liebe dori für diesen text der mich sehr sehr nachdenklich gemacht hat
jetzt erst kann ich den ruf meiner seele folgen und fühle mich wirklich sehr gut getragen, aufgehoben und auch beraten…sie weiß um meine sehnsüchte und ängste und gefühle und weenn ich nur lang und intensiv lausche vermag ich leise die zeichen zu hören die mich auf den weg meines inneren friedens ziehen
das ego…ist das nun ein gegenspieler oder einfach die andere ergänzende seite…
liebste seelengrüße von babsi
am 17. November 2009 um 20:36 Uhr.
Liebste Babsi,
höre immer auf den Ruf Deiner Seele. Sie sagt Dir immer das Richtige.
Alles Liebe für Dich,
Dori