Das Telefon klingelt
Ich nehme den Anruf entgegen, und eine tiefe mir bekannte Männerstimme sagt: Hallo Dori. Ich habe bei Dir in der Firma angerufen und gehört, Du bist krank. Ich wollte mich mit Dir auf einen Kaffee verabreden. (Ich höre das Grinsen in seinen Worten).
Och ja, sage ich, gerne. Hab zwar einen vollen Terminkalender zur Zeit
aber gerne. Er sagt: Ich kann aber erst wieder im November 2010. Dann bin ich zurück aus Chilé. Vorher geht nicht.
Ich muss lachen. Typisch Joseph. So war er schon immer. Ach ja, sagt er, in zwei Wochen gehe ich wieder rüber, habe noch viel zu tun. Typisch! denke ich. Er hatte ja immer schon so viel zu tun.
Und vorher heirate ich noch. PAUSE! Meinerseits.
Tausend Gedanken schwirren mir durch den Kopf, Erinnerungen, schöne, und auch schmerzvolle. Gemeinsame Urlaube, mit meinen Kindern, in Spanien. Barcelona, Costa Brava, Ampuría Brava. Salvatore Dali.
Tauchlehrgänge (vergebliche, denn ich bin untalentiert dafür). Unvergessen und wunderschön. Ach ja, und weißt Du noch? Wir hatten dieses tolle Haus mit Swimming-Pool gemietet, Mücken schwirrten durch alle Zimmer, als wir nachts dort ankamen. In der perfekt eingerichteten Küche fanden wir in einer Schublade die “MUNDORGEL”. Und da wir wir alle vor lauter Mücken nicht schlafen konnten, sangen wir die ganze Nacht lauthals Lieder wie “Hoch auf dem Gelben Wagen” und “Im Frühtau zu Berge” und lachten bis der Arzt kam.
Damals entstand der Name DORI, denn unsere spanischen Freunde konnten DORIS mit S nicht aussprechen. Das bleibt für IMMER.
Eine alleinstehende Frau war ich damals, in 1992, eine Mutter von zwei pubertierenden Kindern, mit einem Haufen Probleme “an der Backe”, die nicht aus noch ein wußte. Und dann kamst DU. Kamst, sahst und siegtest. Dynamisch, zupackend, stets guter Dinge. Hast Du eine Zitrone, dann mach eine Limonade draus. Ich habe diesen Spruch gehasst, damals. Heute finde ich ihn gut. Den ersten Fernseher hat meine Tochter MIRIAM von Dir zum Geburtstag bekommen. Auch diese Situation werde ich nie vergessen, all die Hühner waren dabei
natürlich jünger!
Wir hatten eine gute, schöne und bereichernde Zeit, lieber Joseph. Ich wünsche Dir alle LIEBE dieser Welt und alles GLÜCK dieser ERDE. Möge Dein Traum vom Glück für Dich dort, so weit weg, auf der anderen Seite der Erde, in Erfüllung gehen.
Von HERZ zu HERZ
Dori ![]()

am 23. Oktober 2009 um 23:51 Uhr.
Das rührt mich gerade zu Tränen.
Weil ich ein wenig von der “Geschichte” weiß.
Und weil es mir bei deinen Worten, in diesem Moment, die Vergänglichkeit unserer (jetzigen ???) Glücksmomente aufzeigt.
Was werde ich in 10 Jahren sagen, rückblickend auf heute? Vielleicht sind es nur 5 Jahre, oder 2 oder 1 oder nur noch ein paar Monate, und ich blicke wehmütig auf den jetzigen Moment zurück?…
Ehrlich gesagt, ich blicke JETZT schon…. wehmütig… auf die letzten 5 Monate zurück. Au backe.
Du bist so tapfer, Dori. Echt. Weißt du das eigentlich?
LG
Barbara
am 24. Oktober 2009 um 9:20 Uhr.
Du liebe Barbara,
ein bissel geschluckt habe ich auch - aber nur für einen Moment. Ich durfte viel lernen, und ob das tapfer ist? kann ich Dir nicht sagen.
Ich bin zur Zeit mit ganz vielen Dingen beschäftigt, aber im positiven Sinne.
Und ja - nix bleibt wie es ist. Schau nicht wehmütig zurück, sondern voller Freude geradeaus. Heute morgen noch im Erfolgsbuch von Dr. Joseph Murphy gelesen: Gedanken an die Vergangenheit und die Zukunft hindern Dich daran, im HIER UND JETZT zu leben.
Hab ein schönes We. Und rur bald mal an, okay?
Alles LIEBE
Dori
am 24. Oktober 2009 um 18:40 Uhr.
liebste dori
auch wenn wir im hier und jetzt leben aber ab und an schwelgen das tut auch so gut.auch wenn es manchmal schmerzhaft ist, so zeigt es doch, hier war ein wichtiger abschnitt für mich.
du hast das so wunderschön beschrieben und dass es solche festen kontakte gibt, die ganz ganz lange bleiben :))
herzlichste grüße und ein schönes wochenende sendet dir
babsi