Summerfeeling

Gestern Abend – am Rheinufer in Düsseldorf. Ein wundervoller Spätsommertag neigt sich seinem Ende entgegen, und nach getaner Arbeit treffe ich mich mit meiner Lieblingsarbeitskollegin an den Kasematten. Ich kann mich kaum erinnern, wann ich zuletzt hier war, obwohl von meiner Arbeit bis hierher sind es nur 1,5 km, und bis nach Hause 10. (Wieso macht man so etwas eigentlich nicht öfter?)

Auf zwei hohen Holzpflöcken stehen zwei junge Männer. „Hey, sagt der eine zu mir“, wenn Du mir Geld gibst, spring ich für Dich in den Rhein. „Ich brauche Geld, ich will nach Berlin“, fügt er noch hinzu. Ich muss lächeln. Wie herrlich ist es doch, jung zu sein. „Okay, sage ich, wie viel?“. Er sagt: „1 Euro“, lacht und spring in den Rhein. Triefendnass steigt er die Stufen wieder hoch und ich gebe ihm 2 Euro. Ich erfahre, dass er und sein Freund auf der Straße leben und dringend aus Düsseldorf weg und nach Berlin wollen.

Zur „blauen Stunde“ erstrahlt der Düsseldorfer Fernsehturm in seinen schönsten Farben. Ich habe ihn immer schon geliebt (obwohl ich mich eigentlich nicht wirklich zu Düsseldorf hingezogen fühle) und kann ihn sogar von meinem Küchenfenster aus sehen, in dem kleinen Dorf, wo ich wohne.

Wir trinken eine Caipirinha und essen Tapas. Menschenmengen schwärmen vorbei, junge und alte, schöne und gestylte, sowie „normal aussehende“, man kann schon fast sagen, dass so ziemlich alle Nationen hier vertreten sind. Als es langsam dunkel wird, beginnt in der anliegenden Open-Air-Cocktail-Bar eine vierköpfige Band südamerikanische Musik zu spielen, vier dunkelheutige Jungs, der Sänger mit einer ganz heiseren Stimme.

Ich fühle mich wie im Urlaub. Eindeutig südliches Flair ist hier am Rhein in unserer Landeshauptstadt zu spüren. Flugzeuge kreisen im abendroten Himmel über der Stadt im Landeanflug, das Wasser des großen Flusses schimmert silbern.

Obwohl dies vielleicht kein spiritueller Ort ist (aber was heißt das schon), fühle ich mich unendlich verbunden mit allem was ist, ich bin glücklich und dankbar dafür, dass ich sein darf, dass ich hier sein darf, dass ich ich sein darf.

Namasté – geniesse den Sommer, geniesse das Leben.
Dori :-)

10 Kommentare zu “Summerfeeling”

  1. Erika

    Liebste Dori,
    wir sind auch vorletzten Sonntag am Rheinufer entlang in Mainz gelaufen, sie haben dort einen Rheinstrand mit Liegestühlen und Palmen angelegt, zwischen den großen schattenspendenden Platanen kann man Menschen mit verschiedensten Interessen beobachten.
    DAnke für Deinen Bericht
    alles Liebe Erika

  2. Jürgen

    Liebste Dori,

    gibt es überhaupt irgendetwas, das nicht spirituell ist? Ob nun Orte, Tiere, Pflanzen, Menschen, Begebenheiten, Momente? Hat nicht alles eine Seele und ist ein Teil dieses großen Ganzen, das wir nicht begreifen können?

    Tut es Deiner Seele gut? Das ist die einzig wichtige Frage, die Du ganz eindeutig mit JA beantwortet hast. Konntest Du es genießen? JA!

    Das ist es, was zählt. Alles andere … Vielleicht ist alles spirituell, vielleicht ist überhaupt nichts spirituell. Wer entscheidet das? Du selbst!

    Liebe Grüße,
    Jürgen

  3. Anne

    Liebe Dori,

    danke, dass ich mit dir virtuell einen Augenblick am Rhein sein durfte! Das ist der Grund, warum ich deinen Blog so liebe und gefesselt bin: du schreibst ganz ohne Distanz, du nimmst mich einfach mit - und ich genieße es!

    Danke :-)
    Anne

  4. Dori

    Liebste Erika,

    ich glaube, diesen Strand gab es in Düsseldorf auch einmal. Mit Strandkörben und allem, was zu einem Strand dazu gehört :-)

    Die Menschen sind so süchtig nach der Sonne und dem Licht, sie halten sich bis spät in die Nacht im Freien auf, und fühlen sich lebendig.
    Ist das nicht schön?

    Danke für Deinen lieben Kommentar,
    und liebe Sonnengrüße

    Dori :-)

  5. Dori

    Liebster Jürgen,

    Du hast völlig Recht. Was meiner Seele gut tut, ist für mich spirituell.
    Im Augenblick tut es mir sehr gut, LEBEN zu sprüren, LEBENDIG zu sein, mit allen meinen Sinnen. Dazu passt dieser Sommer sehr gut, denn für mich ist es ein traumhaft schöner Sommer.

    Alles Liebe für Dich,
    sonnige Sonnengrüße,
    Dori :-)

  6. Dori

    Liebste Anne,

    ich freue mich immer, wenn von Dir ein Kommentar zu lesen ist.
    Zwischenzeitlich frage ich mich dann schon einmal, wo sie wohl geblieben ist? Und dann lese ich doch wieder von Dir.

    Danke für Deine Anerkennung, das freut mich sehr.

    Viele liebe Sonnengrüße
    (hier grummelts schon, heute sollen wieder schlimme Gewitter kommen)

    Dori :-)

  7. Anne

    Liebe Dori,
    ob du es glaubst oder nicht: ich bin wirklich JEDEN Tag hier! *lach*
    Du schreibst soooooo schön, dem kann ich mich einfach nicht entziehen.
    So wie ich jeden Tag einmal meine Mailbox abrufe, surfe ich auch immer einmal zu dir rüber - dein Blog ist wohl mag(net)isch?

    Vor ca. 1,5 Jahren suchte ich nach Infos zu den Chakren (bin da Neuling gewesen auf diesem Gebiet) und fand u.a. diesen Blog - und war sofort gefangen. Und noch ehe du schriebst, welche Krankheit du hattest, wusste ich irgendwie, was es war. Und nun hilfst du mir dabei, nicht wieder zu vergessen, was uns passiert ist und vor allem, wieviel sich seitdem bei uns verändert hat. Nur nicht untergehen (wieder in das alte Schema), sondern Kopf raus aus dem Wasser und atmen - LEBEN!
    Ich habe sogar noch einen neuen Beruf erlernt und bekomme jetzt von meinem Arbeitgeber ein Fernstudium zur Heilpraktikerin finanziert. Ich habe ihn einfach gefragt, zu verlieren gibt es nichts und das Leben hält alles für mich zur rechten Zeit bereit. Eigentlich ist doch alles ganz einfach, nicht wahr? Ich muss einfach nur vertrauen…

    Hier oben weiter nördlich grummelt es noch nicht - oft nehmen die angekündigten Unwetter doch einen anderen Weg, was mich freut, weil ich so ein klitzekleines bisschen Angst vor Gewitter habe *grusel*… Aber wenn es das nur ist :-)))

    Nächtliche “tropische” liebe Grüße
    Anne

  8. Dori

    Liebe Anne,

    ich weiß, dass viele jeden Tag hier vorbeikommen, aber nicht kommentieren :-) aber das muss ja auch nicht sein.
    Und je nachdem was ich schreibe oder worüber, locke ich den einen oder anderen schon mal aus der Reserve ;-)

    Ich habe angefangen, mich für den Chakrenausgleich bei Hunden zu interessieren, und das ist (m)ein Thema, welches mich nicht mehr loslässt. Da es mein sehnlichster Wunsch seit meinem 5. Lebensjahr ist, einen eigenen Hund zu haben, verwundert mich dieser “Werdegang” jetzt nicht wirklich.

    Wir schaun einfach mal, was oder ob etwas draus wird.
    Deine berufliche Weiterentwicklung hört sich klasse an, toll. Du hast Recht: es gibt nichts zu verlieren, warum soll man also nicht den Mut haben zu fragen?

    Hier ist es herrlich abgekühlt, ich geniesse es.
    Und Dir wünsche ich ein schönes Wochenende.

    Dori :-)

  9. Heike

    Meine Freundin aus Ratingen und ich sind Anfang September auch in Düsseldorf verabredet. Ein schöner Ort zum Klönen. LG Heike

    P.S.
    Dein Blog ist wirklich toll. Immer etwas anderes zum Träumen, Nachdenken oder Grübeln.

  10. andrea2110

    Liebste Dori, ein Jahr nach Deinem Beitrag (fast auf den Tag genau *smile*) bin ich auch an den Kasematten gewesen, mit meiner Schwester, wir haben es auch sehr genossen und es war wie Urlaub… Ich möchte nicht jeden Tag dort sein, aber ab und zu ist es einfach herrlich- mich haben auch die verschiedenen Menschen und Nationen und Sprachen und Kleider und alles fasziniert… und vielleicht schaffen wir beiden es auch einmal gemeinsam dorthin:-) Allerliebste Grüsse Andrea

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