Nordic Walking

oder: ich mache Fortschritte :-)

Was habe ich sie belächelt - die Leute mit den Stöcken. Egal, wo ich sie sah - in “meinem” Feld, im Wald oder am Rhein - sie entlockten mir ein eher spöttisches Lächeln.

Meist konnte ich erkennen, dass irgendetwas nicht stimmte, es sah oft nicht richtig aus. Entweder waren die Bewegungen nicht fließend, oft wurden die Stöcke einfach nur hinterher gezogen oder sie wurden wie ein Spazierstock gehandhabt. Nein, mein Fall wäre das Walken mit den Stöcken niemals gewesen.

Aber inzwischen wissen wir ja, dass es meist anders kommt, wenn ich “niemals” oder “auf gar keinen Fall” denke. Denn als allererstes bekomme ich bei der Eingangsuntersuchung heute genau vor zwei Wochen das Nordic Walkung “verpasst”. Da bin ich aber sehr begeistert.

Schon am nächsten Tag darf ich in der Anfängergruppe antreten. Vorher sucht die Sporttherapeutin für mich die richtigen Stöcke aus, passend zu meiner Körpergröße. Treffpunkt ist am See (ein traumhaft schönes Fleckchen), dort starten wir, es gibt eine kurze und präzise Einweisung, und los geht’s.

Worauf man alles achten muss: linker Fuß und rechter Arm, rechter Fuß und linker Arm. Locker aus den Schultergelenken schwingen (nicht aus dem Ellenbogen heraus, Frau Kellers, locker!!!!) Die Hände umfassen leicht, jedoch mit der ganzen Faust den Stock, sie öffnen sich beim Schwingen nach hinten und schließen sich, wenn der Arm wieder nach vorne kommt. Uffz. Ganz schön schwierig am Anfang.

Nach dem ersten Kilometer bin ich völlig fertig, und am liebsten würde ich die blöden Stöcke in den See schmeißen, weil es nämlich NICHT klappt. Da nützt es mir auch nichts, dass die Stöcke der Mercedes schlechthin unter den Stöcken sind. Auch stellt sich heraus, dass ich mir im Laufe der letzten Zeit eine Schutzhaltung für meinen linken Arm angeeignet habe, was mir gar nicht bewusst war, und was es nun zu beseitigen gilt. Hört sich leicht an, ist es aber ganz und gar nicht.

Wie so viele Dinge in meinem Leben erfordert auch das Nordic Walking einiges an Übung und etwas Geduld. Also total mein Ding :-(

Nach einer Woche komme ich in die Gruppe der Fortgeschrittenen, und inzwischen darf ich auch alleine gehen. Heute morgen habe ich 6 km mit den Stöcken geschafft. Das Nordic Walking hat mich völlig in seinen Bann gezogen. Ich bewege mich in der freien Natur, was meiner Seele gut tut, und beinahe alle Körpermuskeln werden trainiert, der Rücken ist kerzengerade, der Schritt inzwischen weitausholend und fest, die Kondition wird von Tag zu Tag besser und besser und besser. Vor allem deswegen bin ich ja schließlich hierhergekommen.

Wenn ich nach Hause komme, warten bereits meine Stöcke - die ich heute im Internet bestellt habe (natürlich habe ich mich hier vor Ort beraten lassen) auf mich, so dass ich sofort mit dieser schönen und wohltuenden Sportart fortfahren kann.

Und wer weiß - vielleicht schaffe ich ja in Kürze die Zehn-Kilometer-Hürde :-)

10 Kommentare zu “Nordic Walking”

  1. andrea2007

    Liebste Dori, das hört sich sehr gut an, mir geht das mit dem Joggen so, je besser die Form wird, desto mehr Spass macht es. Etwas für den Körper zu tun, aber auch für die Seele… Ich wünsche Dir ganz viel Spass bei allen Kilometern, die Du noch machen wirst. Herzlichste Sonnengrüsse Andrea

  2. Dori

    Liebste Andrea :-)

    Du joggst? Das wäre auf gaaaaar keinen Fall etwas für mich ;-)

    Das NW macht total viel Spass, und jetzt kommt noch mein (sportlicher) Ehrgeiz zum Vorschein. Wenn Du wüsstest, in welch schlechter körperlicher Verfassung ich vor zwei Wochen noch war - nicht weil ich krank bin, sondern weil ich über ein Jahr nichts mehr an Sport gemacht habe. Unglaublich, aber wahr. Und wieder einmal stellt sich heraus, dass ein gesundes Mittelmaß - Sport, Entspannung, gesunde Ernährung - eine wesentliche Grundvoraussetzung sind für Wohlbefinden, Wohlgefühl, Gesundheit.

    Strahlende und entspannte Sonnengrüße in die Schweiz
    Dori :-)

  3. Josephine

    Liebe Dori,

    *lach* - ja, Joggen ist was ganz Furchtbares, weiß ich aus eigenen Anfreundungsversuchen. Da ist Nordic Walking wie Balsam für meine Seele, weil man nicht vollkommen durchgeschüttelt durch die schöne Landschaft jagen muss! Mir macht NW jetzt auch Spaß, wenngleich ich anfangs ebenso die Nase so gerümpft habe, wie du, über die stockbewehrten, stromlinienförmig begleiteten Walkinggrüppchen, die des öfteren mal an meinem Fenster vorbeistaksen…

    Liebe Grüße und weiterhin beste Fortschritte für deine Kondition und dein Wohlbefinden schickt dir
    Josephine

  4. Josephine

    Hoppla, muss natürlich “stromlinienförmig bekleideten” heißen ;-)

  5. Babsi

    LIebste Dori :-)

    vorletzte Woche hatte ich bei meiner Freundin auch solche Stöckchen zum ersten mal in der Hand. Leider klappte es auch bei mir nicht gut dennoch möchte ich mich in der Reha auf jedenfall beraten lassen, ob das was für mich wäre.

    ich fibde es toll, dass du deine Liebe dazu entdeckt hast und nur Geduld. es braucht immer nur etwas Übung und die größte beste Voraussetzung.- die Motivation- hast du schon mitgebracht :)

    Allerliebste sonnige Grüße an dich von Babsi

  6. Gabriele Bruns-Härig

    Herzallerliebste,

    du glaubst garnicht, wie ich schmunzeln muß beim Lesen dieses Beitrags!
    Herzerfrischend stell ich mir das vor, wie du schwungvoll und voller Elan um den Zaubersee ALLEINE walkst nach Nordic-Art…denn du bist ja schon ein großes Mädchen und kannst das alles wunderbar… zauberlächel.

    Ganz neue Seiten, die man da immer wieder an sich selbst und anderen entdeckt…ist doch toll. Was mich wirklich freut ist, daß du jetzt auch spüren darfst, wie beglückend und positiv sich sportliche Betätigung auf den gesamten Menschen auswirken. Ein Leben ohne körperliche Fitness könnte ich mir garnicht vorstellen… und das Resultat kann sich sehen lassen. Hau rein mit deinen Stöcken, lass es dir gut gehen… und dann freu ich mich auf meine strahlende schöne Sonnenfrau nächste Woche!

    Herzliche Seelengrüße, Gabriele ;-)

  7. Barbara

    Hallihallo liebe Dori!

    Kenne ich, kenne ich… anfangs habe ich auch alle belächelt, die so taten, als würden sie Sport treiben wegen der hinterhergezogenen Stöcke. Es macht wirklich Spaß, und wenn man “es” richtig macht, spürt man die Anstrengung auch. Stellst du auch fest, dass du mit Stöcken locker die doppelte Strecke einer normalen Spazierstrecke gehen kannst? Ich finde, man wird damit so schnell, als hätte man Stelzen unter. Bei mir stehen die Superstöcke (da natürlich das Ultimative) allerdings schon lange wieder in der Ecke… Ich bevorzuge inzwischen wieder das Spazierengehen oder Joggen.

    Schön, dass es dir offensichtlich so gut bzw. besser geht!
    Danke für den lieben Gruß!!!!

    Ich denke auch oft an dich und schaue hier immer.

    Bis bald mal
    *umarm* Barbara

    Hä - jetzt waren mir beim Umarmen doch deine Stöcke wie Mikadostäbchen im Weg…! ;-)

  8. andrea2007

    Liebste Dori, ja ich jogge- in meinem Tempo, in meinem Rythmus und am liebsten allein. Mit leiser Musik im Ohr am wunderschönen See entlang. Es tut einfach gut, ich laufe ganz locker und merke, wie alle meine Muskeln sich entspannen und ich sag Dir, das gibt zusätzlich noch einen ganz schönen Hintern:-) Ich habe das mit der Balance und der Ausgewogenheit nämlich auch vor kurzem ganz bewusst entdeckt, eine schöne Entdeckung:-) Alles Liebe für Dich, Andrea

  9. Norbert Glaab

    liebe dori,
    dass du im harz bist, lässt bei mir drei lämpchen aufleuchten

    1. harzIV sehe ich keine Verbindung zu dir!

    2 harzer roller- ein käse - bleibt alles neutral.

    3. bloxberg, da leuchtet das lämpchen sehr stark bei mir. :-) :-)

    liebe grüsse
    norbert ;-)

  10. Ramin

    haha, das erinnert mich an’s Handy. Früher hab ich auch gesagt: Wer braucht denn schon sowas, ist doch affig! Ein paar Jahre später hatte ich dann auch eins. Mit Nordic Walking ging’s mir am Anfang genauso, aber mittlerweile denk ich mir: solang ich es nicht selbst ausprobiert hab, beurteil ich es nicht :-)

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