Lass Dich ein

Kannst Du Dich einlassen? Auf einen neuen Menschen? Auf eine neue Lebenssituation? Auf geänderte Umstände? Wie weit kannst Du Dich einlassen auf etwas Neues?

Du lernst einen Menschen kennen, Du weißt nichts von ihm. Zuerst siehst Du nur sein äußeres Erscheinungsbild. Gefällt es Dir? Wie sehr gefällt es Dir? Wie sehr spricht es Dich an? Findest Du diesen neuen Menschen sympatisch, attraktiv, schön?

Hast Du bei diesem Menschen ein gutes Gefühl, so möchtest Du ihn gerne näher kennenlernen. Man sagt auch: “die Chemie stimmt”. Du bist bereit, Dich auf ihn einzulassen.

Im Internet habe ich die folgenden Synonyme für “einlassen” gefunden:

akzeptieren - eingehen auf - Kontakt haben mit - mitmachen - mitspielen - mittun - mitziehen - sich abgeben mit - sich überreden lassen? - sich beschäftigen mit - sich beteiligen - sich breitschlagen lassen - sich engagieren - teilnehmen - Umgang haben mit - verkehren mit - zusammenkommen mit - usw.

Dann kommt der Tag, da erkennst Du an diesem Menschen etwas, das Dir fremd ist. Du kanntest es bisher nicht. Wie verhälst Du Dich nun? Wie sind Deine Gefühle? Hast Du eher Angst oder bist Du neugierig auf das Neue und bereit, Dich einzulassen?

Als mein Sohn ein kleiner Junge war, hat er grundsätzlich und prinzipiell nichts gegessen, was er nicht kannte. Alles gute Zureden und die tollsten Versprechungen konnten nichts daran ändern, dass er seinen kleinen Mund fest zusammenpresste und durch nichts zu bewegen war, wenigstens einmal zu kosten, zu versuchen, ob es nicht doch ganz toll schmeckt.

Wie verhälst Du Dich in einer solchen Situation? Ich bin sehr gespannt auf Deine Antwort und welche Erfahrungen Du in solchen Situationen gemacht hast.

Ich wünsche Dir einen kühlen Kopf in der bevorstehenden tropischen Nacht. Namaste, Dori :-)

16 Kommentare zu “Lass Dich ein”

  1. Jürgen

    Liebe Dori,

    Einlassen - das hat für mich auch viel (oder alles) mit Loslassen zu tun - das Bild loslassen, das ich mir gemacht habe; die Gewohnheiten loslassen, die ich mir angeeignet habe; die Erwartungen loslassen, die ich an die Dinge, Menschen oder Situationen stelle.

    Ich lasse gerade meine Ansicht los, dass ich finanziell nur abgesichert sein kann, wenn ich irgendwo fest angestellt bin. Es geht in großen Schritten in Richtung Selbständigkeit. Es hat etwas mit Lehren zu tun (Schulung von Neukunden in einer Software), mit Kreativität (Weiterentwicklung dieser Software), mit Schreiben (Handbücher erstellen) und mit Helfen (Kundenservice). Ich kann also meine Stärken voll ausleben.

    Und da ich sehr viel von zuhause aus arbeiten kann, werde ich hoffentlich auch wieder dazu kommen, leben-lernen-lieben zu pflegen. So sei es oder etwas Besseres - zum Wohle aller Beteiligten :-)

    Herzliche Grüße von einem gerade im eigenen Saft sitzenden Jürgen

  2. Elisabeth

    Liebste Dori,
    bei uns in Wien gewittert es seit Tagen und die Temperaturen sind angenehm, aber zu kühl für den Sommer… Dennoch genieße ich die Zeit, wenn ich nicht im Büro sitze, wie eben noch…
    Danke für die schönen Anregungen, das bewegt mich sehr… Ich liebe meine Rituale, liebe aber auch die Veränderung… auch wenn sie schwer fällt - aber wenn “die Chemie” stimmt, dann bin ich zu vielem fähig, dann würde ich sogar meine Heimat verlassen, denn ich bin dort zu Hause, wo mein Herz ein Zuhause gefunden hat und geliebt wird…
    Mal sehen, was mir die nächsten Monate bringen… ich hab mich in Deutschland beworben :-) So spannend, das knistert richtig! :-) Und die Freude auf alles, von dem ich noch gar nicht weiß, was es ist oder sein kann, ist unbeschreiblich schön! Ich nehme noch viel mehr wahr, was in mir ist, spüre das Fließen, achte auf meinen Atem… Das Leben ist schön, und Veränderung macht das Leben spannend und wunderbar!
    Eine herzliche Umarmung von mir, Elisabeth :-)

  3. andrea2007

    Liebste Dori, über das sich-einlassen hab ich ja auch gerade geschrieben-wie Du weisst und vielleicht weisst Du ja auch mittlerweile, dass ich diese Art von Beiträgen selten ohne persönlichen Hintergrund schreibe…

    Wenn die Chemie stimmt…und dann kommt was Fremdes; so abstrakt natürlich schwer zu beantworten. Wenn die Chemie sonst stimmt, dann bin ich neugierig TROTZ meiner Angst; dann lasse ich dem fremden eine Chance, vertraut zu werden, dann frage ich nach und erkunde, und höre auf meinen Bauch, was er zu den Antworten sagt…Manchmal brauch ich dafür etwas länger und kann nur hoffen, dass der andere Verständnis und Geduld hat.
    Das kann er haben, wenn ich ihm offen erkläre, was mich “befremdet”… und vielleicht ist es in dem Moment schon gar nicht mehr ganz so fremd… Aber wie gesagt, es kommt natürlich drauf an, WAS es ist.
    Ich wünsche Dir ganz viel Spass und gutes Bauchgefühl beim Dich-Einlassen:-) Allerliebste Sonnengrüsse Andrea

  4. Norbert Glaab

    Zwischenstopp

    Hallo Dori, bin mal kurz im Netz, bevor ich mich noch weitere 14 Tage fernhalte.
    Hab nur mal geschaut was meine Lieblingsblogs so machen.
    Dein Post hat mir das Schmunzeln ins Gesicht gedrückt.

    Ja “EINLASSEN”!
    Ich lasse mich gerade auf mich selbst.
    Da lerne ich einen so fremden Menschen kennen, das kannst Du Dir gar nicht vorstellen.

    Ich lasse mich auf mich ein, indem ich meine Gedanken bis auf den Ursprung ihrer Herkunft folge.

    Ich lasse mich darauf ein, auch mal für einen Augenblick keine Gedanken zu haben.

    Ich lasse mich darauf ein, etwas aus der Stille aufblubben zu lassen.

    Dabei gewähere ich mir bei mir selber EINLASS!

    Versuche mal, eine Blume oder einen Baum oder einen Menschen nicht zu bewerten, sondern nur beobachten. Lasse Dich mal darauf ein, bis Du das Gefühl hast selber das beobachtete zu sein.

    Du hast momentan die tolle Möglichkeit, Dich mal auf Deinen Enkel einzulassen, zu dem ich Dir noch herzlich gratuliere.

    Da lässt Du Dich auf die Reinheit des Menschen ein.

    So, ich wünsche Dir, auch bei der Wärme, einen kühlen Kopf um überall Einlass zu finden.

    Ich begebe mich jetzt zum Geburstort von Europa. Mal schauen ob sie mich dort ein lassen.

    Beste Grüsse
    Norbert :-)

  5. Josephine

    Liebe Dori,

    wenn ich mich früher auf Neues eingelassen habe, war es wohl eher ein breit schlagen lassen und überreden lassen. Das lag daran, dass ich viel Zeit brauche, um mich einzulassen. Ich brauche Zeit, das Neue, den anderen auf mich wirken zu lassen, bis ich weiß, was das mit mir macht oder mir bedeutet oder für mich bedeutet. Da war die Umgebung, die anderen meistens schneller und das hat mich dazu forciert, alles schneller anzugehen, als ich es gern mag.

    Einlassen bedeutet für mich insbesondere, den anderen, das andere erst einmal so stehen zu lassen, ohne zu urteilen und auf mich wirken zu lassen. Das Wichtigste ist dann für mich, bei der eigenen Geschwindigkeit zu bleiben und nachfühlen und nachhören zu können, welche Resonanz das in mir erzeugt.

    Letztlich wird immer etwas Fremdes kommen, weil ein anderer Mensch auch vollkommen andere Gewohnheiten hat. Wenn die Chemie aber wirklich stimmt, ändern sich - mit der Zeit - auch die Gewohnheiten. Man findet Gefallen daran, neue, gemeinsame Gewohnheiten zu finden. Also einfach Zeit miteinander zu verbringen, in für beide bestmögliche Art und Weise.

    Herzliche Grüße
    Josephine

  6. elisabeth wendt

    Liebe Dori,
    ich lasse mich ein, wenn mein herz es braucht.
    Wenn meine innere Stimme mir befiehlt die erfahrung zu machen.
    Auch wenn es gefährlich scheint.
    Oder vielleicht schlecht ausgehen kann.
    Ich lass mich dennoch ein.
    Weil meine Seele die Erfahrung braucht.

    alles Liebe
    elisabeth

  7. Dori

    Lieber Jürgen,

    Loslassen hört sich sehr sehr gut an.

    Im Augenblick lassen so einige Menschen in meinem Umfeld diese Ansichten los: dass sie nur klarkommen im Leben, wenn sie eine „feste“ Anstellung haben. Man beachte ganz genau das Wort „fest“ dabei. Früher war es mein allergrößter Wunsch, ich dachte, ohne eine „feste“ Arbeit nicht überleben zu können. Inzwischen wünsche mir ganz einfach nur etwas mehr Zeit. Für all die Dinge, die ich gerne tun würde.

    Aber noch kann ich mich auf eine solche Situation nicht einlassen, noch überwiegt hier die Angst. Aber aus Erfahrung weiß ich ja, dass sich alles in Sekundenschnelle ändern kann.

    Hier ist es auch so warm, lieber Jürgen.
    Dennoch – sommerliche Grüße an Dich,

    Dori

  8. Dori

    Liebste Elisabeth,

    das ist ja schön zu lesen. Deutschland käme also für Dich auch in Frage! Toll. Du würdest also das Risiko auf Dich nehmen und Dich auf eine Arbeit in einem anderen Land als Österreich „einlassen“. Hört sich ein bisschen abenteuerlich an, vor allem, wenn es jetzt
    schon „knistert“. Bin gespannt, wie es weitergeht.

    Eine herzliche Umarmung zurück,

    Dori

  9. Dori

    Liebste Andrea,

    natürlich schreiben wir unsere Artikel nicht ohne persönlichen Hintergrund.

    In meinem Fall geht es darum, dass ich immer wieder Menschen treffe, die mit meiner Spiritualität, mit dem was ich tue, oder mit meinem Blog nicht klarkommen. Manchmal verschweige ich diese Dinge einfach, weil ich keine Diskussionen will. Und keine Vorurteile.
    Weil ich festgestellt habe, dass viele sich auf unbekannte Dinge nicht einlassen können und wollen.

    Wenn der Mensch mir jedoch sehr wichtig ist, dann erzähle ich in jedem Fall hiervon. Selbst auf die Gefahr hin, dass er sich dann nicht auf mich einlassen möchte.

    Allerliebste Sonnengrüße in die Schweiz

    Dori

  10. Dori

    Lieber Norbert,

    sich auf sich selbst einlassen – Mann oh Mann – das war so schwer, da habe ich Dinge gefühlt und gesehen, die ich lieber weiterhin (vor mir selbst) verschwiegen hätte. Aber nur durchs Hinschauen und Bewusstmachen kann man etwas verändern, kann man heil werden.

    Mich auf meinen Enkel einzulassen, das ist das Leichteste von der ganzen Welt, so etwas Süßes und Unschuldiges. Babies haben irgendwie eine spezielle, glücklichmachende Aura.

    Verrätst Du mir noch, was der Geburtsort von Europa ist?

    Allerbeste Sonnengrüße
    Dori

  11. Dori

    Liebe Josephine

    Ich finde gerade den zweiten Absatz Deines Kommentars ganz besonders wichtig. Ich muss einfach lernen, in meiner Mitte zu bleiben, bei mir selbst zu sein, wie Du so schön sagst in meiner eigenen Geschwindigkeit zu leben, auch wenn andere mich aufgrund meiner Andersartigkeit eventuell ablehnen und sich nicht auf mich einlassen wollen.

    Danke für den tollen Kommentar.

    Herzliche Sonnengrüße
    Dori

  12. Dori

    Liebste Elisabeth,

    wenn es mein Herz braucht, lasse ich mich ein, ohne Wenn und Aber, ohne „Rücksicht auf irgendwelche Risiken“, einfach, weil die nächste neue Lernerfahrung ansteht. Auch wenn es „schlecht“ ausgehen könnte.

    Fühl Dich umarmt,

    Dori

  13. andrea2007

    Ja liebste Dori, denn wenn Du einen wichtigen Teil von Dir bei einem Dir wichtigen Menschen weglässt…dann ist das kein wirkliches sich-einlassen…Ich binde auch nicht jedem auf die Nase, womit ich mich so beschäftige, das ist völlig ok bei “Bekannten”, bei Freunden ist das für mich nicht mehr ok, denn mit denen möchte ich gerade das auch teilen können. Ich gehe dabei jedoch ein wenig vorsichtig vor, wenn ich nicht weiss, wie jemand darüber denkt, ich möchte ja niemanden “verschrecken”… und oft erlebe ich ganz wundervolle positive Überraschungen…

    Liebste Grüsse Andrea

  14. Dori

    Liebste Andrea,

    es öffnen sich zwar immer mehr Menschen für all die Dinge “zwischen Himmel und Erde”, aber viele weichen doch davor zurück und haben sofort eine Blockade. Die muss ich dann auch lassen.
    Aber meine “engsten Menschen” müssen einfach wissen, was ich so tue.

    Heiße Sonnengrüße (heute morgen 8 Uhr = 27 Grad),

    Dori :-)

  15. Babsi

    liebste dori

    mir fällt bei mir auf, dass ich mich sehr sehr gut einlassen kann auf neue menschen, neue methoden,neue situationen.´allerdings spielt da auch die sicherheit eine gewisse rolle. hab ich die nicht, ist meine angst doch noch etwas zu präsent.
    da arbeite ich noch dran, mein herz mutiger zu machen, auch mitzufühlen und mir zur richtigen zeit den richtigen impuls zu geben

    liebe heiße sommergrüße von babsi

  16. Jürgen

    Liebe Dori,

    seit zwei Tagen erhalte ich das Zitat des Tages der amerikanischen Psychologin und Lebenstrainerin (”Coacherin”?) Martha Beck - http://marthabeck.com

    Und heute schrieb Sie etwas, das mich gleich an Deine Aussage erinnerte, dass manche Menschen - es werden wahrscheinlich auch bei Dir von Tag zu Tag weniger, je mehr Du zu Dir stehst und entsprechend diejenigen anziehst, die zu Dir passen - nicht verstehen (wollen), was Du denkst, sagst und tust.

    Martha Beck sagt zu Recht: “Sometimes it’s better to be understood by someone who’ll never meet me, than to meet someone who will never understand me.”

    Auch ich staune immer wieder, wie “nahe” wir Menschen uns über das Internet kommen können, auch wenn uns viele Kilometer trennen. Mit dem Gegenüber gelingt uns das manchmal nicht.

    Morgen ist schon wieder Freitag - ich wünsche Dir schon jetzt ein Wochenende, das mindestens so glücklich wird wie Dein vergangenes,

    Jürgen

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