
Viele Menschen
halten ihre Situation
nur aus,
weil sie sich nie
den Mut nahmen
zu erfahren,
dass es auch
anders
sein könnte.
Kristiane Allert-Wiebranietz
Dieser Eintrag wurde
am Mittwoch, den 19. November 2008 um 21:54 Uhr erstellt
und ist in der Kategorie Allgemein zu finden.
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am 20. November 2008 um 1:20 Uhr.
Wie wahr, liebe Dori!
Kristiane Allert-Wybranietz’ “Verschenktexte” waren übrigens meine erste Lektüre, als ich mich vor vielen Jahren allmählich vom Raupendasein löste und mit der Wandlung zum Schmetterling begann. Ich liebte ihre Art zu schreiben damals in den späten 80er-Jahren sehr. Heute sprechen mich nur noch wenige ihrer Gedichte direkt an. Doch ein paar habe ich mir bewahrt. Hier ist eines davon:
Reine Handarbeit
Wir stricken unser Leben.
Manche wählen ein kompliziertes Muster,
andere ein schlichtes.
Es ist ein buntes Maschenwerk
oder ein Stück in tristen Farben.
Nicht immer können wir
die Farbe selber wählen;
und auch die Qualität der Wolle wechselt,
mal weiß und wolkenflauschig,
mal kratzig und hart.
Die einen stricken liebevoll und sorgsam,
andere mühevoll und ungern.
Und so manchmal schmeißt einer
das Strickzeug in die Ecke.
Und öfters lässt du eine Masche fallen,
oder sie fällt ohne dein Zutun.
Du hast die Nadeln in der Hand!
Du kannst das Muster wechseln,
die Technik oder das Werkzeug.
Nur aufribbeln
kannst du nicht
ein klitzekleines Stück.
Ich wünsche Dir einen bunten, kuscheligweichen und wolligwarmen Tag,
Jürgen
am 20. November 2008 um 9:42 Uhr.
Lieber Jürgen,
die “Verschenktexte” waren tatsächlich mein erstes Büchlein in “die andere Richtung”. Und die Möwe Jonathan natürlich. Wie alt war ich denn da? So Anfang Mitte 30, glaube ich.
Aber die Texte sind immer noch toll. Nur heute verstehe ich sie ja ganz anders als damals
Allerliebste Sonnengrüße an diesem graunasskalten Novembertag
Dori
am 20. November 2008 um 9:55 Uhr.
Fein Dori - ich mag diese Autorin auch sehr gerne.
Ich habe drei Bände dieser Verschenktexte von ihr. “Trotz alledem” war mein erster - da war ich Mitte 30 und musste gerade meine gescheiterte Bürogemeinschaft verarbeiten. Mein Gott - wie oft habe ich in diesen Büchlein gelesen…
Mein Lieblingsgedicht ist folgendes:
ZUVERSICHT
Manchmal
fühle ich mich wie ein Baum,
von dem fast alle Blätter
gefallen sind.
Aber jetzt macht es mir
keine Angst mehr.
Weiß ich doch
um meine Kraft
neue Blätter zu treiben.
Es hat zwar etwas länger gedauert mit dem Treiben neuer Blätter - aber dann waren sie auf einmal da.
Das Gedicht ERSATZWEISE hat übrigens auch ein Kreuz in meinem Büchlein…
Es ist zwar November, es ist nass, kalt und grau, und die Bäume haben fast alle Blätter verloren. Aber meine Blätter sind gerade dabei, neu zu sprießen, und so freue ich mich auf meinen eigenen Frühling, nehme die geöffneten Türen wahr und freue mich auf das, was mich dahinter erwartet.
Alles liebe
Irene
am 20. November 2008 um 10:38 Uhr.
Du liebe Irene,
ja - es ist in der Tat November. Wie schön, dass unsere Blätter gerade jetzt im November neu spriessen. Was meinst Du? Kann ich den Frühling überspringen und direkt in den Sommer starten? In meinen eigenen?
ZUVERSICHT! Heisst ja gleichzeitig auch: VERTRAUEN, HOFFNUNG.
Allerliebste Grüße
Dori