Der Traum des Hasen

Jürgen vom Leben-Lerne-Lieben-Blog hat mir als Kommentar zu meinem Post Träume diese schöne Parabel geschrieben:

Der Hase war weit in der Welt herum gekommen, hatte viel gesehen und erlebt und war schließlich heimgekehrt bis an den Waldrand, den er so sehr liebte. Dort legte er sich nieder, schlief ein und begann bald, tief zu träumen.

Er sah, wie die diebische Elster so ganz aus freien Stücken alles zurückgab, was sie gestohlen hatte, sofern es sich noch in ihrem Nest befand. Er fand das wunderbar, weil die Wahrhaftigkeit so gut tat. Und insgeheim tat er ihr Abbitte, denn er hatte sie wohl verkannt.

Er sah auch, wie der Fuchs ehrlich mit dem Raben um den Käse handelte, nicht wie damals, als er ihn betrog. Es war ein schönes Bild, wie die beiden alten Erbfeinde so friedlich miteinander redeten.

Dann sah er, wie die Geier nicht mehr warteten, bis ein Tier erledigt war. Er meinte, im Traum zu träumen, als die Geier sich um ein verwundetes Tier kümmerten, bis es wieder laufen konnte. Ja, so hatte er es sich immer vorgestellt.

Er sah auch, wie der Wolf die Ziegen beschützte, acht gab, dass niemand ihnen Böses tat. Es ging also auch so. Das war herrlich. So richtig Frieden.

Er erkannte, wie die Hyäne nicht mehr auf Beute lauerte, sondern Gras fraß und sich wirklich Mühe gab, ihr schlechtes Image zu verwandeln. Was war nur geschehen? War die Welt plötzlich neu geworden oder ganz alt?

So sah er, wie die Schlangen aufhörten, ihre Opfer zu erwürgen. Statt dessen boten sie sich an, den Unkundigen einen Weg durch das Dickicht zu bahnen. Einfach erstaunlich.

Er sah auch, wie der Hai das Morden ließ. Statt dessen kümmerte er sich um die kleinen Fische und spielte mit ihnen. Nicht zu fassen, diese Wandlung.

Da erwachte der Hase plötzlich, griff neben sich – und da hatte ihm die Elster das Gepäck gestohlen. Er sah gerade noch, wie der Fuchs den Raben verspeiste, und in großer Entfernung gewahrte er die grausigen Geier. Am Rande der Koppel schlich der gefräßige Wolf und stellte den Ziegen nach, und die Hyäne lauerte auf die Abfälle der Beute. Eine Schlange würgte gerade ein Ferkel hinunter, und am Strand schrie jemand, dem der Hai ein Bein abgebissen hatte.

Da erschrak der Hase! Als er sich gerade verstecken wollte, raschelte es neben ihm, und ein zweiter Hase tauchte auf.
„Du“, sagte er, „ich habe geträumt, dass Frieden auf der Welt ist.“
„Und ich“, sagte der andere, „habe dasselbe geträumt. Ist das nicht herrlich?! Jetzt sind wir schon zwei.“

Vielleicht ist jeder Traum ein Schritt in die Wirklichkeit. SICHER! Jeder Traum ist ein Schritt in die Wirklichkeit!

10 Kommentare zu “Der Traum des Hasen”

  1. hierundjetzt

    eine sehr schöne, tiefsinnige geschichte - danke dafür!

    lieben abendgruss
    jrene

  2. Dori

    Liebe Irene,

    da sind wir schon 2!

    Allerliebste Sonnengrüße

    Dori :-)

  3. zentao

    Liebe Dori
    ein sehr schöner Traum, wer weiss? vielleicht sind Träume auch ein wenig Schonzeit und nach einem Traum, sind wir wieder bereit zum hoffen.
    Liebe Grüsse zentao

  4. Dori

    Lieber zentao,

    nun sind wir schon zu Dritt!

    Ich wünsche mir, dass diese Träume nie aufhören.

    Sonnige Grüße

    Dori :-)

  5. Elisabeth

    Liebste Dori,
    ich träume auch mit dir! *freu* So wie Zentao schreibt, geht es auch mir, dass ich, wenn ich etwas Schönes träume, wieder Hoffnung schöpfe und mich frohgemut in den Tag aufmache und das Leben freudig willkommen heiße - unbedarft, wissend, dass alles besser wird, wenn ich meinen Teil dazu beitrage. ich werde niemals aufhören zu träumen… :-)
    Liebste Herzensgrüße von Elisabeth

  6. Irene

    Ich mag die Geschichte auch sehr gerne - und somit wäen wir schon zu viert :-)

    Alles liebe
    Irene

  7. Dori

    Liebste Elisabeth,

    große Freude - ich habe nicht nur etwas Schönes erlebt, sondern mein größter Traum ist in Erfüllung gegangen. Darüber werde ich später mal berichten - jetzt will ich mich noch ein wenig alleine - ohne meine Leser - freuen.

    Allerliebste Herzensgrüße

    Dori :-)

  8. Dori

    Liebe Irene,

    lach - ja, wir werden täglich mehr. Schön, dass Du hier warst.

    Allerliebste Grüße

    Dori :-)

  9. Babsi

    *mich auch an die Kette hintendranhänge*:-)) irgendwie hänge ich im mom hinterher mit Lesen :))
    einen lieben Herbstgruss von Babsi

  10. Dori

    Liebe Babsi,

    ja klar - hier kann jeder mitmachen.
    Ich hänge ein wenig mit dem Schreiben.

    Allerliebste Sonnengrüße

    Dori :-)

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