Wir sind Deutschland
Wir sind Deutschland - vor zwei Jahren hörten wir diesen Slogan von morgens bis abends im Fernsehen und im Radio. Prominente machten in motivierenden Spots Werbung für Deutschland. Von jeder Litfaß-Säule und Plakatwand prangte: WIR SIND DEUTSCHLAND! Dies war in 2006 anläßlich der Fußball-Weltmeisterschaft. Wildfremde Menschen lagen sich bei den Spielen in den Armen und jubelten der deutschen Mannschaft zu.
Heute Morgen an “meiner” Tankstelle. Mit einem Wimpernschlag hatte ich ihn gescannt: Mann mittleren Alters, Designer-Anzug, Designer-Brille, sündhaft teure Schuhe, Handy in der Hand, dicker Schlitten an der Zapfsäule mit fremdem Nummernschild - unzweifelhaft ein Firmenwagen - jammert “meiner” Tankwartin vor, wie schlimm es in Deutschland ist, die Politiker, die Preise, die Rente, die Spritpreise vor allen Dingen, nein wie schlimm ist das alles doch in diesem Lande. Finden Sie nicht auch, fragt er die Frau.
Meine Tankwartin schaut ihn mit großen Augen an, sie kann die Welt nicht verstehen, steht da doch einer vor ihr, dem es offensichtlich mehr als gut geht. Sie sagt zu ihm: meine Katze ist krank, und für eine Operation, die dringend notwendig ist, habe ich das Geld nicht.
Seit eineinhalb Jahren - seit ich hier wohne, tanke ich an dieser Tankstelle. Immer ist diese Frau da, immer freundlich, immer gut drauf, immer in ihrer Mitte. Sie macht wahrscheinlich einen 400 Euro-Job oder was auch immer. Ich habe nie gehört, dass sie sich über irgendetwas beklagt.
Können die Menschen vielleicht mal aufhören zu jammern?
Ja: die Kosten sind gestiegen.
Ja: die Gehälter nicht in gleichem Maße.
Aber: wir leben hier immer noch in der absoluten Fülle.
Jeder Mensch in diesem Land kann gesetzlich krankenversichert sein, so etwas gibt es nicht in jedem Land. Jeder, der hier gearbeitet hat, bekommt ab einem bestimmten Alter eine Rente. Wenn man arbeitslos ist, bekommt man ein Jahr lang 60 % von seinem Nettolohn. Das ist nicht viel, und manchmal hatte ich es auch wirklich schwer, als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, oder während meiner Arbeitslosigkeit.
Die fetten Jahre sind vorbei, das steht nun mal fest. Aber anstatt herumzujammern und sich zu verhalten wie ein kleines Kind im Sandkasten, dem ein anderes das Spielzeug abgenommen hat, kann doch jeder mal für sich selbst die Verantwortung übernehmen und erst einmal sein eigenes Umfeld in Ordnung bringen. Ich weiß, dass das schwer ist. Ein guter Anfang ist, sich einfach von den Medien nicht mehr beirren zu lassen. Die Menschen werden mit den Negativschlagzeilen in Angst und Schrecken versetzt und denken, sie müssten nächstes Jahr verhungern. Dem ist nicht so. Wir haben hier in Deutschland schon ganz andere Zeiten bewältigt. Aber durch Jammern und Wehklagen oder Schimpfen hat noch niemand eine Lösung herbeigeführt.
Ich liebe dieses Land. Es ist wunderschön und ich möchte im Augenblick nirgendwo anders leben als hier.

am 27. August 2008 um 10:02 Uhr.
Liebe dori, ein schönes Beispiel dafür, dass das Glücksgefühl nicht steigt, wenn man mehr besitzt und ich kann die Geschichte in Deinem Post gut nachvollziehen. Manche Wohlsituierte habe ich schon dabei erlebt, dass Sie auch noch die Glücksgefühle der Armen haben wollten…. LG an die Sonnenfrau
am 27. August 2008 um 10:02 Uhr.
Hallo Dori, das sind ja Glaubensätze drin……..
“Die fetten Jahre sind vorbei” Woran erkennt man das? Was sind fette Jahre? Wer legt die Parameter dafür fest?
Da kommt die gute alte Bibel; die 7 fetten und die 7 mageren Jahre.
Wenn wir in einer schnellen Zietveränderung leben, dann hat das auch daruaf Auswirkungen, oder?
Steht uns doch so viel Wissen zur Verfügung wie noch nie!
Wir sind Wissenriese und Handlungszwerge!!!
“Ich weiß, dass das schwer ist” Wer sagt, dass es schwer ist, für den ist es auch schwer.
Braucht der Mensch Druck, um seinen Hintern zu bewegen?
Eine Frage, der ich im
http://innovation-neu-denken.de/?p=119
Blog nachgehe.
“Die Welt ist so wie du sie siehst”, hat einmal ein kluger Mensch gesagt.
Warum wolltest Du das heute an der Tankstelle sehen???
Recht hast Du mit dem Jammern.
Denn, wer jammert lernt jammern!
Wer Liebe predigt, lernt predigen!
Wer liebt, lernt lieben!
Wer Lösungen finden will, wird sie finden.
Wer Lösungen sucht, wird weiter suchen!
Dir einen schönen Tag an Deiner Sonnentankstelle
Norbert
am 27. August 2008 um 10:24 Uhr.
Lieber Norbert,
ehm ja…. Glaubenssätze! Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass manches vielleicht nicht mehr so einfach ist wie vor 20 Jahren. Du hast völlig Recht, mich darauf aufmerksam zu machen. Beim Schreiben sind wieder mal die “Pferde” mit mir durchgegangen
Doch, es ist nicht einfach, sich aus Krisensituationen herauszubewegen, und für mich persönlich war es sehr schwer. Dennoch habe ich es geschafft, jedoch ohne zu jammern.
Ich wollte das HEUTE nicht an meiner Tankstelle sehen, ich sehe so etwas jeden Tag. Schließlich arbeite ich in einer der größten Banken dieses Landes, und was ich hier erlebe, würde komplett ein anderes Blog füttern.
Ich wünsche Dir einen Tag mit ganz vielen Sonnenstrahlen.
Dori
am 27. August 2008 um 10:28 Uhr.
Lieber Rainer,
danke für Deinen Kommentar. Ich glaube, das derzeitige Jammern zieht sich durch jede Bevölkerungsschicht und ist so richtig in Mode gekommen.
Wir lassen uns jedoch nicht anstecken!
Dir einen schönen Tag,
Grüße von der Sonnenfrau
am 27. August 2008 um 11:17 Uhr.
Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann ist die Commerzbank, die bei uns den Namen “Kopfschmerzbank” trägt
Durch Dein Post hast Du mich an eine Geschichte erinnert, die morgen unter
http://innovation-neu-denken.de/?p=123
zu lesen ist.
LG
Norbert
am 27. August 2008 um 11:41 Uhr.
Lieber Norbert,
die Commerzbank fusioniert demnächst mit der Dresdner Bank
Wie schön, dass mein Post doch etwas angeregt hat.
Sonnige Grüße
Dori
am 27. August 2008 um 12:26 Uhr.
Liebe Dori,
DU SPRICHST MIR AUS DER SEELE!
Ich stelle auch fest, dass Leute, ohne Zweifel,
nicht wohlhabend, aber zu den Gutverdienenden
gehörig, sich über den Staat beklagen. Manchmal
glaube ich, dass sie nur was nachplappern.
So gerecht wie unser Gesundheitssystem momentan
ist, war es nie zuvor. Dabei vergessen die Betreffenden
dass sie ja völlig gesund sind und schimpfen auf den
Anteil der Rezeptgebühr! Den Wert der eigenen Gesundheit
völlig aus den Augen verloren.
In diesem speziellen Fall sage ich auch: Hoffentlich besser
und besser, an Gaba denkend.
Liebe Grüsse//Erika
am 27. August 2008 um 14:24 Uhr.
Liebe Erika,
DANKE!
Ich glaube auch, dass viele Menschen Nachplapperer sind. Ich kann mich erinnern, als vor ca. 2 Jahren im ZDF eine 3-teilige Serie über Menschen im Alter lief (eine sehr negative Zukunftsvision) und eine ganze Weile über den demographischen Wandel auf allen Kanälen berichtet wurde, da verfielen plötzlich Menschen meines Alters in tiefste Depressionen, aus Angst davor, im Alter kein Geld zu haben, aufs Abstellgleis geschoben zu werden, verhungern zu müssen usw.
Ich lasse mich nicht ins Bockshorn jagen und schau, dass sich meine positiven Schwingungen immer weiter ausbreiten.
Sonnige Grüße, Dori
am 27. August 2008 um 17:17 Uhr.
Hallo Dori!
“Zufällig” finde ich heute in einem Buch ein Kalenderblatt aus dem Jahr 2000.
Da ist beschrieben, wie die UNO 12 Bedingungen für das Glück aufstellt.
1. Ein Platz zum Kochen
2. 2500 bis 4ooo Kalorien täglich
3. 100 Liter Wasser pro Tag
4. Drei Kleidungsstücke, drei Paar Schuhe
5. Sechs Quadratmeter Wohnraum pro Person
6. Sechs Jahre Schule
7. Ein Fahrrad pro Familie
8. Ein Radio pro Familie
9. Ein Fernseher je 100 Einwohner
10. Zehn Ärzte auf 20000 Einwohner
11. Ein Arbeitsplatz
12. Hilfe für Kranke, Behinderte und Alte
Liebe Grüße
Adelheid
am 27. August 2008 um 17:22 Uhr.
Liebe Adelheid,
DANKE. Das ist wirklich toll. 6 qm Wohnraum pro Person! Ein Fahrrad pro Familie! Jeder einzelne Punkt ist ja für uns hier in Westeuropa und auch in Deutschland völlig unvorstellbar. Ich muss das immer und immer wieder lesen. 3 Kleidungsstücke, 3 Paar Schuhe.
Ich lebe wirklich in der absoluten Fülle.
Sonnige Grüße
Dori
am 27. August 2008 um 19:35 Uhr.
Liebe Dori, waoh, das musste ja auch wirklich mal gesagt werden. Der Typ an der Tankstelle praktiziert Leiden auf hohem Niveau, sage ich da nur… Wie schön, dass nicht alles Menschen so sind und Du wieder einmal deine Aufmerksamkeit und zumindest die Deiner Leser auf die positiven Seiten richtest, bravo.
Seit ich nicht mehr in Deutschland lebe, fällt mir die Negativität vieler Menschen dort noch viel mehr auf, das gibt es in dieser Form in der Schweiz nicht und hier sind auch nicht alle Menschen Bänker, Hotelbesitzer oder Schokoladenfabrikbesitzer;-)
Ich hoffe, es lesen noch ganz viele Menschen Deinen Beitrag und lernen daraus. Herzlichste Grüsse Andrea
am 27. August 2008 um 22:34 Uhr.
Hallo liebe Dori und liebe Mitkommentatoren,
wir sind Deutschland und auch Bewohner der Welt…und jammern oder schimpfen hat (soweit ich weiß) noch nie eine Verbesserung erzeugt.
Liebe Dori, ich denke, dass der auf hohem Niveau jammernde Herr noch gar nicht überblickt, wie viel Negatives er sich mit seinen Glaubenssätzen anziehen könnte.
Was ihm wohl am meisten fehlt ist nicht das Hab und Gut, sondern vielmehr Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten und in eine gute Welt.
Folgende Affirmation könnte “in schwachen Momenten” besser helfen, als sinnloses Gejammere:
“Alles was ich brauche und mir wünsche ist auf dieser Welt vorhanden. Ich bin dankbar, dass ich in meiner Mitte lebe und mit allem und jedem verbunden bin. Alles was ich brauche kommt zu mir zur richtigen Zeit, wenn es zum Wohle aller Beteiligten ist.”
Ich wünsche Dir und all Deinen Lesern einen wundervollen Tag mit viel Kraft und Vertrauen.
Supersonnige Grüße aus dem bezaubernden und wundervollen Italien.
Besser und besser,
Gaba
am 28. August 2008 um 8:51 Uhr.
Liebste Andrea,
ich habe zwar noch nie in einem anderen Land gelebt, aber mir scheint, dass dieses “Gejammere” typisch deutsch ist. Ich kann mich selbst inzwischen sehr gut abgrenzen, und habe diese JA-Aber-Menschen auch nicht in meinem persönlichen Umfeld. Aber immer wieder fällt mir auf, dass je besser es jemandem auf der materiellen Ebene geht, desto mehr jammert er. Vielleicht ist das auch wieder ein Glaubenssatz, wie Norbert meint. Aber ich kenne so viele Menschen, denen es finanziell nicht so gut geht, die aber völlig in ihrer Mitte sind und auch dieses Vertrauen haben, von dem Gaba in ihrem Kommentar spricht.
Ich sende Dir sonnige Grüße für einen schönen Tag,
Dori
am 28. August 2008 um 8:54 Uhr.
Ciao liebste Gaba,
schade, dass ich nicht Italienisch kann, sonst würde ich Dich jetzt gebührend begrüßen
Danke für die schönen Affirmationen. In abgewandelter Form aber inhaltlich gleich benutze ich sehr gerne:
“Alles, was ich brauche, kommt zu mir zur richtigen Zeit, wenn es zum Wohle aller Beteiligten ist”.
Ich wünsche Dir eine wundervolle und erholsame aber auch spannende Zeit in Bella Italia,
Dori