Schöpfer meines Lebens

Robert Betz, Dipl. Psychologe und Begründer der Transformations-Therapie, hat einen wertvollen Artikel über die Selbstliebe verfasst, an der es den meisten Menschen (hauptsächlich jedoch den Frauen) in der heutigen Zeit immer noch mangelt.
Er sagt:
„Unzählige Frauen ab Ende dreißig leiden an Körper und Seele. Ihr Leben besteht aus Druck, Anstrengung, Hetze gepaart mit Selbstverleugnung, Selbstabwertung und Unterdrückung der eigenen Gefühle. Erst wenn der Körper zusammenbricht, öffnen sich viele für die Wende.“
Eins der großen Themen unserer Tage ist die Selbstliebe und das Gesetz der Anziehung. Wir erfahren, dass wir der Schöpfer unseres eigenen Lebens sind und dass unsere Gedanken das in unser Leben ziehen, was sie an Energie aussenden. Niemand sagt uns aber (auf jeden Fall hat es mir niemand gesagt), wie das geht. Wie man sein eigenes Leben kreiert. Oder dass ich alleine – und nur ich, weder meine Eltern, meine Partner, meine Kinder - für das, was mir und mit mir geschieht, verantwortlich bin.
Viele Frauen (natürlich auch Männer, aber die sind noch in der Minderheit) kommen in den Jahren zwischen 40 und 50 an den Punkt, wo sie ihr Leben selbst bestimmen wollen. Wo sie dort angelangt sind, wo es nicht mehr weitergeht. Ausgelöst wird diese Wende meistens durch eine oder mehrere schmerzhafte Erfahrungen wie zum Beispiel eine Trennung/Scheidung oder aber über eine Krankheit. Dies ist der Wendepunkt zwischen Unbewusstheit und Bewusstheit. Hat man sich bis dahin durch andere leben lassen, wechselt das Empfinden jetzt von Ohnmacht in Macht (über das eigene Leben), von der Angst in die Liebe, und führt von der Abhängigkeit in die Freiheit und in ein Leben mit Selbstliebe, Selbstwertschätzung und vor allem mit persönlicher Freiheit.
Der erste Gedanke – nicht nur nach Robert Betz – lautet:
Du bist der allerwichtigste Mensch in Deinem Leben. Und es ist Deine Verpflichtung Dir selbst gegenüber, allerbestens für Dich zu sorgen, Dich zu ehren, Dich zu loben und Dich zu lieben.
Hat frau/man sich erst einmal für den neuen Lebensweg geöffnet und die Eigenverantwortung auch gespürt und übernommen, ist es an der Zeit, sich alles bis dahin selbst zugefügte Leid zu vergeben. Und sich selbst zum allerwichtigsten Menschen in seinem Leben zu erklären. Wenn ich glücklich bin und mit mir selbst im Einklang, so bekomme ich dies drei-und vierfach von meiner Umwelt zurück. Bin ich glücklich, ist auch mein Partner glücklich. Geht es mir schlecht und ich habe nur negative Gedanken, leiden meine Kinder still vor sich hin. Das heißt also, Du tust Deinen Mitmenschen den allergrößten Gefallen, wenn Du Dich selbst liebst.
Aber rechne auch mit Widerstand. Wenn Du Deinen eigenen Weg der Freude, der Selbstachtung und der Liebe gehst, wirst Du mitunter einen kalten Wind von vorne zu spüren bekommen. Denn Deine Umwelt (nicht Deine Freunde oder Familie) hat es nicht gerne, wenn Du immerzu glücklich bist und gut drauf.
Wir wissen viele Jahre unseres Lebens nicht, wer wir sind. Niemand sagt es uns, wir müssen das alles selbst erlernen und erfahren. Aber irgendwann so um die 50 – bei der(m) einen früher oder später, wenn die Intuition erwacht, die Liebe zu sich selbst entdeckt wird und die Sehnsucht nach Bewusstheit so viel Kraft verleiht, dass man sich auf einen neuen Weg begibt und die alten Muster wie eine zu klein gewordene Haut abstreift,
dann beginnt das eigentliche (selbstverantwortliche) Leben.
am 16. Juni 2008 um 19:57 Uhr.
Liebe Dori, ein gut geschriebener Post, der rund ist und eigentlich keine Frage offen lässt. Mir persönlich gefällt der Hinweis darauf, sich selbst zu vergeben, wenn man diesen kontrollierten Lebensabschnitt beginnt. Ich wäre erstmal gar nicht auf den Punkt gekommen. Sonnige Grüße.
am 17. Juni 2008 um 10:04 Uhr.
Lieber Rainer,
ich denke, das ist das Wichtigste von allem. Denn ohne Selbstvergebung kann man sich auch nicht lieben.
Sonnige Grüße
Dori
am 17. Juni 2008 um 17:14 Uhr.
Liebe Dori,
wie heute morgen bereits auf meinen ver-rueckten Seiten versprochen, habe ich soeben deinen Beitrag gelesen.
Toll, passt haargenau - auch auf mich.Allerdings kam dieser “Wendepunkt” bei mir schon Ende 30 Anfang 40. Ist doch interessant wie wir Menschen doch fast alle nach dem gleichen Muster ticken.
Lieben Gruß, ach was sonnige Grüße aus Mannheim
Christa
am 17. Juni 2008 um 17:20 Uhr.
Liebe Christa,
habe Deine “Ankündigung” heute morgen gelesen
Zum meinem Wendepunkt möchte ich sagen: besser spät als nie.
Sonnige und liebe Grüße zurück,
Dori
am 18. Juni 2008 um 8:26 Uhr.
Es ist schade, dass wir nicht schon früher in unserem Leben lernen, dass wir selbst der Schöpfer von uns selbst sind.
Schöpfen bedeutet ja, aus dem großen Universum zu schöpfen. Da sollte es einem leicht fallen auch den großen Löffel zu nehmen.
Es ist schön den Überfluß zu genießen.
Wir müssen nur die Tür öffnen.
Gleich mal die Suppenkelle nehmen und nicht schon wieder den Eislöffel:-)
LG
Norbert
am 20. Juni 2008 um 14:39 Uhr.
Liebe Dori,
super geschrieben, und passt so haargenau auf mich - echt der Wahnsinn. Das hätte ich auch nicht anders schreiben können - es ist wirklich sehr treffend….
Bei mir kam das Umdenken Ende 40 nach einen langen seelischen Krise und ich denke, es ist auch nocht nicht ganz abgeschlossen. Aber ich habe auch zuerst die liebe zu mir selbst finden müssen ehe alles andere funktionieren konnte. Die Selbstvergebung ist nochmal eine wunderbare Anregung - denn so ganz habe ich das wohl noch nicht getan….
Alles Liebe
IRENE