Wer bist Du?

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Heute gelesen im Libra online Blog:

Wer bist Du?

Es war einmal eine Frau, die im Koma lag. So lag sie lange. Doch dann erschien es ihr, als sei sie schon tot, als wäre sie im Himmel und stände nun vor einem Richterstuhl.
“Wer bist du?” fragte eine Stimme.
“Ich bin die Frau des Bürgermeisters” antwortete die Frau.
“Ich habe nicht gefragt, wessen Ehefrau du bist, sondern, wer du bist.”
“Ich bin die Mutter von vier Kindern.”
“Ich habe nicht gefragt, wessen Mutter du bist, sondern wer du bist.”
“Ich bin eine Lehrerin.”
“Ich habe auch nicht nach deinem Beruf gefragt, sondern wer du bist.”
“Ich bin Christin.”
“Ich habe nicht nach deiner Religion gefragt, sondern wer du bist.”
Und so ging es immer weiter. Alles, was die Frau erwiderte, schien keine befriedigende Antwort auf die Frage “Wer bist du?” zu sein.
Irgendwann erwachte die Frau aus ihrem Koma und wurde wieder gesund. Sie beschloss nun herauszufinden, wer sie war.
Und darin lag der ganze Unterschied.

(nacherzählt nach Anthony de Mello, gefunden in:
Gelassenwerden. – Herder, 1996)

14 Kommentare zu “Wer bist Du?”

  1. zentao

    Liebe Dori
    auch das ist eine ganz gelungene Geschichte und so war.
    liebe Grüsse zentao

  2. Dori

    Lieber Zentao,

    ich finde, Deine heutige Geschichte und diese hier ähneln sich sehr.

    Sonnige Grüße

    Dori

  3. Libra-Irene

    Liebe Dori,
    vielen Dank für deinen Besuch bei mir im Blog. Finde deine Themen auch sehr interessant. WErde sicher öfter mal vorbeischauen.

    Liebe Grüße
    Irene

  4. Dori

    Liebe Irene,

    Dein Blog gefällt mir auch sehr gut. Wir werden uns sicher öfter hier “treffen”.

    Liebe Grüße

    Dori

  5. Norbert Glaab

    Die Frage richtig zu beantworten, würde jedem das Leben vielleicht leichter machen.
    Vielleicht brauchen wir einen anderen Blickwinkel.
    Wenn wir bisher versuchten das über Körper-Geist und Seele das zu definieren, könnte wir mal den Blick auf Körper-Verstand-und Sein lenken.

    Wenn es uns gelingt das “SEIN” zu erleben, kommen wir wohlmöglich einen Schritt weiter.
    Wenn wir wissen wollen wer wir sind, müssen wir zuerst sein!
    LG
    Norbert

  6. ahora

    Deine Geschichte ist interessant und regt zum Nachdenken an.
    LG Barbara

  7. andrea2007

    liebe dori, auch ich finde diese geschichte sehr schön und sie regt allerdings sehr zum nachdenken an. hat jemand eine idee für eine antwort? lgr andrea

  8. Dori

    Lieber Norbert,

    ich BIN. Ich habe mich niemals über meinen Partner definiert.
    Das wäre gar nicht möglich gewesen.
    Ich bin bis heute Mutter zweier Kinder, deren Gefährtin ich von Anfang an war (bis auf die Ausnahme der Pubertät :-) )
    Aber über den Beruf habe ich mich bis vor 3 Jahren sehr wohl definiert. Da war ich die Frau K. in der Firma XYZ, Abteilungsleiterin, und Liebling vom Chef.
    Das ist so lange gut gegangen, bis ich das nicht mehr wollte, sondern nur noch ICH SEIN wollte.
    Ich WAR auch Kind meiner Eltern, viele viele Jahre lang.
    Heute bin ich eigentlich ein NIEMAND. Aber bin ICH.
    Sonnige Grüße
    Dori

  9. Dori

    Liebe Barbara,

    mich hat die Geschichte auch zum Nachdenken gebracht. Schließlich liest man nur das. was auf einen zutrifft. zentao hat in seinem Blog etwas sehr Ähnliches (oder Gleiches) veröffentlicht:

    http://zentao.wordpress.com/2008/04/15/bleib-so-wie-du-bist/

    Liebe Grüße
    Dori

  10. Dori

    Liebe Andrea,

    ich glaube, die Kommentare sprechen für sich. Schau Dir auch zentaos Geschichte an. Ich finde sie sehr (zu)-treffend.

    Lieber zentao, ich wollte Dir nicht schon wieder eine Geschichte “klauen”, obwohl es mich sehr in den Fingern gejuckt hat.

    Sonnige Grüße
    Dori

  11. andrea2007

    Liebe Dori, die Frage war ernst gemeint, wie könnte eine antworte aussehen, ausser “ich bin ich” oder ist DAS genau die einzige mögliche Antwort darauf? Mmhh…je länger ich drüber nachdenke, desto wahrscheinlicher ist es. Also “ich bin ich” (gleichnamiges lied der gruppe rosenstolz, sehr schön).
    die geschichte von zentao hatte ich auch schon auf meinem blog, allerdings in einem etwas anderen zusammenhang:-)
    http://andrea2007.wordpress.com/2008/01/30/nicht-wiedererkannt/
    liebe grüsse andrea

  12. rainer

    Liebe Dori, hier ist ja eine richtig schöne Diskussion im Gange.

    Unter anderem ist einer der vielgerühmten Wege zu Gott, sich beständig zu fragen, wer man sei. Insofern ist Deine / Irenes Geschichte eine gute Verbildlichung dafür. Schön gemacht, Ich komme wieder.

  13. Dori

    Lieber Rainer,
    das will ich aber schwer hoffen, dass Du wiederkommst :-)
    Sonnige Grüße
    Dori

  14. Freyfrau

    Hallo Dori,

    Diese Geschichte berührt mich sehr. Die Frage Wer bist Du bzw. Wer bin ich, beschäftigt mich schon lange. In meiner Psychosynthese-Ausbildung gab es eine Übung, bei der man dem Arbeitspartner diese Frage eine Viertelstunde lang immer wieder stellt. Spannend über was sich der Mensch definiert, was er sagt und was er sich nicht getraut auszusprechen.

    E liebs Sunnegriessli vo dr Freyfrau

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