Die Weisheit des Lebens

Die nachfolgende Geschichte, von zentao am 19. März veröffentlicht, hat mich zutiefst berührt. Daher möchte ich sie meinen Blog-Lesern nicht vorenthalten.
Ein 95 Jahre alter Mann hat sich entschlossen, im Altersheim seinen Wohnsitz zu nehmen. Vor 5 Jahren verstarb seine Frau und es schien ihm an der Zeit, diesen Schritt zu tun. Jetzt sitzt er in der Empfangshalle des Altersheimes und wartet, bis sein Zimmer bereit ist.Schon bald wurde er abgeholt, und während er an seinem Stock langsam zum Lift ging, versuchte die ihn begleitende Pflegerin, ihm schon einmal mit Worten sein zukünftiges Zimmer zu beschreiben:
„Es hat ein bequemes Bett, einen Schrank und einen Tisch und am Fenster hat es ein weißes Tuch als Vorhang und ein Badezimmer hat es auch.“ Noch während sie erzählte, unterbrach er sie schon und sagte mit der Freude eines achtjährigen Kindes: „Das Zimmer gefällt mir, und ich freue mich darauf.“ Worauf die Begleiterin erstaunt ausrief: “Aber sie haben doch das Zimmer noch gar nicht gesehen, wie können sie wissen ob ihnen das Zimmer gefällt?“Er antwortete:„Ich habe vorhin beschlossen, dass das Zimmer mir gefällt. Es ist eigentlich keine Frage von gefallen oder nicht gefallen, von schön oder etwas weniger schön, von groß oder klein, es ist eine Frage, ob ich grundsätzlich zufrieden und glücklich bin mit allem, was mir zufällt und ob ich das was mir geschieht dankbar annehme.“
Während sie mit dem Lift hoch fuhren, konnte die Begleiterin über so viel Weisheit nur staunen und hörte weiter zu, während der alte Mann weiter sprach: „Vor vielen Jahren habe ich mich entschieden, dass ich jeden Tag so nehme,wie er kommt und alles empfange, als hätte ich es bestellt. Man muss sich irgendwann im Leben entscheiden, ob man unglücklich bleiben will, oder ob man selber aktiv etwas dazu tut, dass man glücklich und zufrieden wird. Ich für mich selber, habe mich zum Glücklichsein entschieden.”
“Wenn wir immer den anderen die Schuld für unser Unglück geben, und alles dunkel sehen, dann wird das Leben sehr schwer und wir spüren uns selber nicht mehr. Wenn wir unser Leben bewusst leben, jeden Tag in diesem einen Augenblick, fällt alles Unangenehme von uns ab, wie das Wasser, wenn ein Hund sich schüttelt. Wenn wir aber aktiv etwas ändern, wird alles viel leichter und wir fangen wieder an uns zu spüren.
Ich danke jeden Morgen, wenn ich aufstehe, für alles was ich bekommen habe und wünsche mir, dass es den anderen Menschen auch so gut geht wie mir. Am Abend danke ich wieder dafür, das alles so war, wie es gekommen ist. Klar, auch ich hätte genug Grund zum Jammern, aber das würde mir auch nicht helfen und mich nur krank machen. Nur wenn ich vorwärts schaue und jeden Tag so lebe, wie wenn es mein letzter wäre, nur dann bin ich wirklich glücklich und zufrieden.“
Als sie oben an kamen, gefiel ihm das Zimmer wirklich und es war genau so, wie er es sich vorgestellt hatte.
Die Moral von der Geschichte: Es gibt sie auch heute noch, die weisen alten Männer.
Auch ohne Meditation und ohne Zen ist es möglich, weise zu werden.
am 25. März 2008 um 11:20 Uhr.
Ich habe diese Geschichte auch schon bei zentao gelesen und sie hat mir auch gut gefallen.
Es gibt sie öfter als wir denken, die weisen alten Menschen -, weise alte Männer, weise alte Frauen - , die ohne Meditation, ohne Zen zu”frieden” sind.
Die meisten müssen sich aber den Frieden im Herzen erst einmal erarbeiten, weil ihnen die Vorbilder in den Familien fehlten und man es ihnen nicht vorgelebt hat.
LG
Barbara
am 25. März 2008 um 18:50 Uhr.
Liebe Dori, das ist eine schöne Geschichte. Aber ich würde es nicht “ohne Zen” nennen; das Verhalten des weisen Mannes ist Zen!
am 25. März 2008 um 19:13 Uhr.
Liebe Barbara,

die wirklich “alten” Menschen, die ganz viel Lebensweisheit haben, gibt es in meiner Familie leider nicht mehr. Diejenigen, die Geschichten erzählen, von denen man lernen kann, die einem den Weg weisen. Aber wir sind ja auf dem Weg dorthin, wir, die wir nicht mehr so sehr jung an Jahren sind
Sonnige Grüße
Dori
am 25. März 2008 um 19:17 Uhr.
Lieber Wolff,
danke schön für Deinen Kommentar. Was macht Dein Buch?
Glück-lich-sein ist wohl ein Thema unserer Zeit. Sollte es fertig sein, würde ich es gerne auf meinem Blog vorstellen.
JA! Du hast Recht! Das Verhalten dieses alten Mannes ist ZEN.
zentao hat mir per Mail berichtet, dass diese Geschichte auf einer wahren
Begebenheit beruht.
Sonnige Grüße aus dem schneeverregneten Neuss,
Dori
am 25. März 2008 um 20:04 Uhr.
Lieber Wolff,
ich danke Dir noch zusätzlich für Deine Neutralität. Auch das ist ZEN.
(Mein Email funktioniert nicht).
L.G.
Dori
am 25. März 2008 um 20:25 Uhr.
Eine schöne Geschichte, die Mut macht, selbst älter zu werden.
Danke zentao, Danke Dori.
am 25. März 2008 um 20:34 Uhr.
Liebe Astraryllis,
als ich 20 war, waren 30-jährige Menschen für micht alt, und 40-jährige schon “jenseits von allem”. Ein 50-jähriger Mensch war zu dieser Zeit für mich eine Oma oder ein Opa.
Ich konnte mir gar nicht vorstellen, älter zu werden.
Heute bin ich 53, und ich finde das LEBEN spannend, in allen Bereichen.
Die Kinder sind erwachsen und denken darüber nach, selbst eine Familie zu gründen.
Kurz vor meinem Urlaub hat man mir ein megatolles und sehr lukratives Job-Angebot gemacht. Nach einigem Überlegen bin ich zu dem Schluß gekommen, dass ich gar nicht mehr so viel arbeiten will. Ich will mehr Zeit für mich selbst haben, dafür verzichte ich lieber auf das Angebot.
Das hätte ich vor 5 Jahren noch anders gemacht. Da hätte ich mich kopfüber ins nächste Abenteuer gestürzt.
Jetzt kann ich abwägen, ob mir etwas GUT tut oder nicht.
Sonnige Grüße,
Dori
am 25. März 2008 um 21:32 Uhr.
Waoh Dori, eine bewundernswerte Haltung. Ja älter werden hat viele schöne Seiten…Und die Prioritäten verschieben sich, das ist schön zu beobachten.
Liebe Grüsse und immer gute Entscheidungen wünscht
Andrea
am 25. März 2008 um 22:07 Uhr.
Liebe Andrea,
ist ist mir nicht leicht gefallen, ganz im Gegenteil. Es war ein sehr süßes
Zuckerstückchen und sehr sehr verführerisch
Aber ich denke, die Zeit, Liebe und Anerkennung sowie Wertschätzung über den Beruf zu erfahren, sind nun für mich vorbei.
Sonnige Grüße
Dori