Raunächte - die Zeit zwischen der Zeit

raunachte-2.jpg  oder auch: die Zwölften

Sie stehen bereits vor der Tür: die 12 Raunächte. Sie beginnen am 24. Dezember und enden am 6. Januar. Diese Zeit wird auch die Zeit zwischen der Zeit genannt. In ihr gehen, wie man früher glaubte, die Geister um und treiben ihr (Un-)Wesen. In dieser besonderen Zeit pflegten die Menschen ihre besonderen Bräuche, um sich vor bösen Geistern und hereinbrechendes Unheil zu schützen. Zum Beispiel warfen sie zur Beruhigung des Sturmes Äpfel und Nüsse in den Ofen und knallten mit ihren Peitschen. Am Weihnachtsabend, zu Silvester und Neujahr, wo die Geister besonders aktiv sein sollen, wurden die Häuser geräuchert und Opfergaben auf die Dächer und in die Gärten gelegt.

Seit 3 Jahren traditionell treffen meine spirituellen Freunde und ich uns am Vorabend des Heiligabend zu unserer Lichternacht. Beim Schein von vielen Kerzen meditieren wir und heissen die Raunächte willkommen. Die Meditationen dienen dazu, sich von Altem zu lösen: von alten Mustern, die uns daran hindern, unseren Weg weiterzugehen, von alten Gewohnheiten, die wir schon lange ablegen wollten, oder von alten Beziehungen, die uns nicht mehr bereichern und die wir schon lange los-lassen wollten. Bevor etwas Neues in unser aller Leben treten kann, muss zuerst Platz geschaffen werden. Und dies geht nur, indem “wir Altes loslassen”.  Die 12 Raunächte werden auch die Losnächte genannt, die Zeit, in der man los-lässt.

Ich finde, dies ist eine sehr schöne Zeit, nach innen zu gehen und sich zu besinnen. Viele Menschen befragen auch gerade in dieser Zeit das Orakel oder gehen zur Wahrsagerin, um sich die Zukunft voraussagen zu lassen. Die Zeit ist günstig, denn man befindet sich in dieser Zeit ja quasi in einer Nichtzeit, in der “Zeit zwischen der Zeit”.

Man sagt auch: was in diesen 12 Nächten Dir im Traum erscheint, wird im Neuen Jahr Wirklichkeit.

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