Liebe als Geschenk

Aus dem Buch Zwölf Nächte - von Jörg Zink

Eigentlich müsste es möglich sein, die verängstigten und gemütskalten Menschen unserer Tage zu heilen, indem man ihnen gibt, was eine Mutter ihrem Säugling gibt. Man müsste sie stillen, im Arm halten und zärtlich streicheln und man müsste ihnen all das nachreichen, was an ihnen versäumt worden ist durch eine spröde Pädagogik, alle die Liebkosungen, alle die Küsse, die ihnen nicht gewährt worden sind, all das freundliche Anschauen, das Liebesspiel und die Worte der Zärtlichkeit, und es ist gut, dass dies heute besser verstanden wird als zu der Zeit, als die Kinder waren, die heute erwachsen sind. Der Körper des Menschen erwacht aus seiner Stummheit, wo ihm Liebe begegnet. Er fängt an zu antworten, zu reden. Er wird seinerseits fähig, einen anderen Menschen zu berühren, zu lieben, ihm zu zeigen, wie nah er ihm sei.

Einen Kommentar schreiben: