Meditation

Nach einem wundervollen Meditationswochenende total gestärkt greife ich Gabas kürzliches Post nochmals auf. Ein lieber Kollege fragte mich heute: Liebe Dori, wie komme ich wieder in meine Mitte? Ich bin total daneben, der Beruf frisst mich auf, ich sitze jeden Abend bis 21.00 Uhr in meinem Büro, bekomme nichts geschafft, und meine Partnerschaft geht langsam den Bach hinunter.

Ich sagte: Versuch es doch mal mit Meditieren! Ich helfe Dir gerne dabei. Und es gibt neben meinem Angebot noch die Möglichkeit, CDs mit geführten Meditationen auszuprobieren, Du kannst aber auch ein Seminar besuchen, da gibt es viele Möglichkeiten:

Z.B. das Ultramind-Seminar von Gaba oder das Healing-Seminar von Bärbel, oder versuch es mal mit Yoga bei Bernd,  der wohnt in Köln, das ist bei Dir um die Ecke!

Sofort hoben sich beide Hände dieses - wie ich dachte - offfenen Mannes - in Abwehr und er sagte: Meditation, Reiki und Yoga kommen für mich auf gar keinen Fall in Frage.

Ich frage ihn: Wieso denn nicht?

Darauf antwortete er:

Dann habe ich keine Kontrolle mehr über mich. Und das will ich nicht.

Frage an alle:

Verliere ich WIRKLICH die Kontrolle über mich, wenn ich meditiere????

4 Kommentare zu “Meditation”

  1. bluetime

    witzigerweise habe ich das auch immer gedacht, und es dauerte jahre bis ich zu meditieren begann, aus *angst* meine kontrolle abzugeben!
    ich denke nicht dass wir die kontrolle über uns verlieren, denn wann immer etwas “ausserhalb” der meditation passieren würde(telefon, ein kind das hinfällt etc) wären wir sofort einsatzbereit!
    Es ist höchstens unser geist der uns verlässt und wer schon jemals das gefühl dieser schwerelosigkeit erlebt hat möchte es nicht mehr missen!
    männer tun sich grundsätzlich schwer damit loszulassen….ich wünsch deinem freund dass ers noch lernen darf!

  2. Bernd

    Moin zusammen,

    in der reinen (Sitz-) Meditation verliert man keinesfalls die Kontrolle. Es ist die Konzentration auf ein Ding. Kontrollverlust läuft der Meditation zuwider, denn das Ziel erreicht man durch willentliche Anstrengung. Wenn man in der Meditation besondere Erfahrungen macht (das Gefühl von Leichtheit oder Schwerelosigkeit, das bluetime anspricht), dann erfolgt das nicht in der Erfahrung des Verlustes von Kontrolle, sondern als Näherkommen an ein Ziel.

    Geführte “Meditationen” … ich nenne das angeleitete Tiefenentspannungen und versuche den Begriff Meditation in diesem Zusammenhang zu vermeiden… sind da tatsächlich ein anderes Ding. Hier übernimmt die Person die anleitet durchaus eine große Verantwortung. Normalerweise werden hier zwar keine Grenzen überschritten, aber ich kann Menschen verstehen, die hier Vorbehalte haben und würde sie nicht versuchen in eine Tiefenentspannung zu bringen.

    Es sei nicht verschwiegen, dass es im Yoga durchaus Methoden gibt, die man dazu benutzen kann ’sich mental abzuschießen’. Mantrensingen oder bestimmte Atempraktiken kann man prima für solche Zwecke benutzen. In einer verantwortungsbewussten Praxis werden aber auch hier die Grenzen grundsätzlich nicht überschritten. Ein Mensch, der sich vor Kontrollverlust fürchtet, wird bei solchen Praxen normalerweise ohnehin innerlich aussteigen.

    Mein Tipp wäre bei dieser Reaktion:
    Eine körperbetonte Praxis wählen wie Power- oder Iyengar-Yoga. Oft wird dabei zwar auch so eine Art Light-Spiritualität vermittelt, die man aber zur Not ignorieren kann. Ist auch das zu viel: Simpler Sport ist durchaus auch hilfreich.

    Kommt - allen inneren Widerständen zum Trotz - doch eine direkte “Entspannungs”praxis in Betracht. Reine Sitzmeditation, Zen, kommt mit einem Minimum an Drumherum aus. Man kommt, verneigt sich, liest einen knappen erbaulichen Text und dann sitzt man. Punkt aus. Da ist nix mit Kontrollverlust, aber mit erheblichem Kopfkino, das dann abgeht ;-)

    Wenn man den Herren näher kennen würde, könnte man sicher noch gezieltere Tipps geben. Es gibt noch eine Reihe von Entspannungstechniken, die man ohne Angst von Kontrollverlusten lernen kann. Verschiedenen Atemtechniken z.B. oder Progressive Muskelentspannung. Autogenes Training eignete sich vermutlich in den Fall weniger.

    Nur eines kann man nicht vermeiden. Man muss den Hintern hochkriegen und etwas beginnen. Lange Arbeitszeiten, in denen man nicht geschafft bekommt sind ein wichtiger Hinweis, dass es dringend wird. Nach einem körperlichen oder seelischen Zusammenbruch ist es viel schwerer.

    Liebe Grüße

    Bernd

  3. gabaretha

    Liebe Dori,
    die Angst sich selber zu verlieren ist weit verbreitet.
    Dein Freund kämpft vermutlich mit dem gut bekannten Problem: “Ich will alles ganz anders - aber es soll alles so bleiben wie es ist.”
    Wenn ich ihm einen Rat geben sollte, würde ich versuchen an seinen inneren Glaubenssätzen mit Affirmationen zu arbeiten.
    Jeden Morgen beim Aufwachen und jeden Abend beim Einschlafen erlebt jeder Mensch den “natürlichen” Alpha-Zustand. Als Beispiel für eine einfache aber wirksame Affirmation könnte er: “Es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht besser und besser.” versuchen.
    Und wenn er die positive Wirkung am eigenen Körper, Geist und Seele fühlt, könnte es durchaus sein, dass er seine Meinung bezüglich Meditation ändert.
    Vielen Dank übrigens, dass Du mich empfiehlst. Darüber freue ich mich wirklich riesig.
    Alles Liebe, auch für Deinen Kollegen, besser und besser, Gaba

  4. Doris

    Es ist schön, dass du sogar angesprochen wurdest. Noch schöner ist, dass du bereit bist zu helfen und ich hoffe, dass du auch weiterhin einigen Menschen helfen kannst, denn es führt einfach zu einer großen Erleichterung, wenn man sein Ventil gefunden hat.

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