Schönheit

Bin ich schön? Diese Frage stellen sich wohl alle Menschen - des öfteren oder hin und wieder. Vor allen Dingen Frauen beschäftigt diese Frage laut Statistik anscheinend ihr ganzes Leben lang. Und vergleichen sich ständig mit anderen Frauen, nur um an sich selbst alle möglichen “Fehler” festzustellen.

Wer schön ist, hat mehr Erfolg im Leben! Bekommt mehr Liebe und mehr Anerkennung. Aber stimmt das wirklich? Und wer legt denn eigentlich fest, was Schönheit ist? Die Medien und die Modebranche? Wieviele machen sich davon abhängig, arbeiten ihr Leben lang an ihrem Aussehen, wollen so sein wie ein bestimmtes Model oder eine Schauspielerin, die als “schön” bezeichnet werden?

Zu meinem Bedauern ist die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft immer noch eng mit der aufdiktierten Schönheit und Attraktivität verbunden. Eine große Rolle dabei spielt Schlankheit oder gar Dünnsein. Je schlanker eine Frau ist, desto weniger nimmt sie Platz in der Gesellschaft ein. Das finde ich beängstigend. Dies ist jetzt kein Pauschalurteil. Es gibt Menschen, die schlank bzw. dünn sind, ohne etwas dafür zu können. Aber: ein Mensch, der ständig hungert, um schlank zu sein, oder sich ständig mit seinem Aussehen beschäftigt, hat nicht die nötige Energie, seine Ziele zu verfolgen und sich mit Kraft und Power in der Welt zu bewegen und zu behaupten. Immer mehr junge Mädchen hungern sich halb zu Tode, um so auszusehen wie ein Model. Selbst Schauspielerinnen, die einstmals aufgrund ihrer weiblichen Formen zu Publikumslieblingen wurden, weil jede “normale” Frau sich mit ihnen identifizieren konnte, sind inzwischen androgyne Figuren und wundern sich, dass sie auf der Beliebtheitsskala nach unten rutschen.

Schönheit liegt mit Sicherheit immer im Auge des Betrachters. Meine Yogalehrerin Uschi, inzwischen Ende der 60 (sie lebt und ist Yoga) ist für mich eine wunderschöne Frau. Ihr großes und liebevolles Herz, ihr Lachen und ihre Stimme haben immer noch nichts von ihrer Ausstrahlung verloren. Und das werden sie auch nicht. Weil ihre Schönheit nicht nur äußerlich ist, sondern auch aus ihrem Herzen kommt. Meine Großmutter Maria war selbst mit 80 Jahren für mich noch eine der schönsten Frauen der Welt: ihr Gesicht war von Falten zerklüftet, aber ihr Haar war bis zum Schluß pechschwarz, die Augen funkelten und die ganze Frau war im hohen Alter noch lebendig und hatte anderen Menschen so viel zu geben.

Ein schlafendes Kind ist schön, ein Baum ist selbst ohne Blätter schön. Ein Sonnenaufgang oder -untergang ist schön. Jede Muschel am Strand ist schön. Die Berge und das Meer sind schön. Jede Mutter findet ihr Kind wunderschön.

Wenn wir aus unserem Herzen und aus unserer Mitte heraus leben, wenn wir andere Menschen mit Respekt behandeln, wenn wir mit unserer Umwelt sorgsam umgehen, dann SIND WIR SCHÖN. Ungeachtet der äußeren Hülle. Und so werden wir dann auch von unserer Umwelt gesehen.

3 Kommentare zu “Schönheit”

  1. Norbert Glaab

    Die Schöhnheit liegt immer in den Augen des Betrachters. Und das ist immer subjektiv.

    “Der Körper ist die sichtbare Seele und die Seele ist der unsichtbare Körper” - Osho “Body-Mind-Balancing”

  2. rainer

    Liebe Dori, ein wunderschöner Post und glaube ich ein sher wichtiges Thema. Die Werbeindustrie versucht wirklich jede Minute Druck auf Frauen auszuüben, nach dem Motto älter werden ist krank und auch die landläufigen Einstellungen der Männer sind nicht immer hilfreich für eine Frau sich in ihrem Pelz wohlzufühlen.
    Nichtsdestotrotz, frau muss es und kann es und sollte sich wirklcih frei von solchen Vergleichen machen.

  3. Mondfalkin

    Schönheit ist eine Errinnerung unserer Seele aus einer anderen Welt.
    (PLATON)
    Je grösser die Selbstliebe, desto schöner strahlt man aus. Viele glauben unbewusst, wenn sie erst schön sind, können sie endlich anfangen sich selbst zu lieben.
    Das Umgekehrte entspricht aber die Wahrheit.

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