Staunen
Heute morgen las ich in Norbert Glaabs Blog ein Post über das Staunen. Sieh an, sieh an, dachte ich, das Universum ist mal wieder sehr schnell. Denn gestern musste ich wirklich sehr staunen, und heute gleich das passende Post.
Ich hatte drei Tage frei, die Akkus leer, und fühlte mich ziemlich ausgebrannt. Was da hilft? Mir persönlich ein paar Tage an der Nordsee. Ein kurzer Blick auf mein Konto liess mich jedoch ganz schnell erkennen, dass im Augenblick Vier-Sterne-Wellness-Hotel wohl nicht angebracht sei. Aber da gibt es doch noch etwas! Warum das Weite suchen, wenn das Gute doch so nah. Schliesslich wohne ich direkt am Rhein, ja ja, 5 km beträgt die Entfernung. Kann man theoretisch sogar hinwandern. Meine Freundin und ich beschlossen auf jeden Fall, die Wanderschuhe anzuziehen und ab der schönen Stadtfeste Zons (für mich schon seit Jahren ein besonderer Kraftplatz) entlang am Rhein zu wandern.
Auf dem großen Sammelparkplatz in Zons am Rhein angekommen, zogen wir unsere Wanderschuhe an und wollten gerade losmarschieren, als neben uns ein mittelgroßer Bus hielt und fröhlich lärmende Frauen und Männer jeden Alters herausquollen, alle einen mehr oder weniger lustigen Spruch auf den Lippen. Es stellte sich heraus, dass diese ca. 30 Menschen den gleichen Weg vor sich hatten wie meine Freundin und ich, und natürlich blieb es nicht aus, dass wir uns diesen quirligen Menschen anschlossen. Erst im Laufe des Tages stellte sich durch die einzelnen Gespräche heraus, dass es sich um eine Gruppe des VEID handelte- des Vereins “Verwaister Eltern in Deutschland“. Wir waren sprachlos und sehr betroffen zugleich, und dann fiel uns auf, dass unsere “BegleiterInnen” weder traurig noch verzweifelt, verbittert oder böse waren, sondern Menschen, die fröhlich und zuversichtlich mit ihren Problemen und ihrem Verlust umgehen. Jeder von ihnen hatte ein Kind durch Unfall oder schwerste Krankheit verloren. Den Glauben und die Zuversicht gewinnen diese Menschen durch die Gruppenarbeit und durch das Aufarbeiten ihrer Trauer. Jeder von ihnen sagt, dass es ohne die Unterstützung der Gruppe oder anderer Menschen kaum möglich ist, mit diesem Schmerz umzugehen und ihn vollständig loszulassen.
Vielleicht ist Staunen auch nicht der richtige Ausdruck. Doch, es hat mich wohl in Staunen versetzt, die Kraft und Akzeptanz und auch Achtsamkeit dieser Menschen zu spüren. Und noch etwas: ich bin dankbar. Für all die Dinge, die für uns so sehr selbstverständlich sind. Wie zum Beispiel die Gesundheit unserer Kinder. Deshalb:
Danke liebes Universum, oder Gottvater/-mutter oder wer oder was auch immer dort oben ist: Danke für die Gesundheit meiner Kinder Miriam und Simon!
am 6. August 2007 um 23:02 Uhr.
Liebe Dori, was Du erlebt hast ist wirklich mehr als erstaunlich. Und ich finde auch, dass immer der richtige Zeitpunkt für ein ganz bewusstes DANKE ist. Wie geht es Deinen Batterien? Konntest Du sie wieder ein bisschen aufladen? Ich wünsche Dir viel Kraft und Energie und alles Gute! Besser und besser, Gaba
am 7. August 2007 um 9:16 Uhr.
Liebe Gaba,
ja, diese Begegnung war wirklich mehr als erstaunlich. Zumal einem die eigenen Probleme dann plötzlich miniklein vorkommen. Meinen Batterien sind noch nicht vollständig aufgeladen, aber ich arbeite dran. Am Wochenende habe ich eine Familienaufstellung, und da verspreche ich mir sehr viel von. Hast Du Erfahrung damit? Ich würde ja auch sehr gerne zu einem Seminar von Dir kommen, aber das ist sooooo weit weg von hier!
Herzlich Grüße aus dem leider verregneten Neuss sendet Dir
Dori.
am 7. August 2007 um 9:32 Uhr.
Frage;
Ist es Deine erste Familienaufstellung?
Wenn ja, gebe ich Dir gerne ein paar Informationen.
Seit über 6 Jahren gehört „Systemisches Stellen“ zu meinem Therapieprogramm.
Es ist eine wunderbare Therapieform, die wie alle anderen Therapieformen auch Ihre Tücken hat, wenn der Leiter diese nicht kennt oder berücksichtigt.
am 7. August 2007 um 9:37 Uhr.
Ja Norbert, das ist meine erste Aufstellung in der Gruppe.
Ich muss dringend ein bisschen Vergangenheitsbewältigung leisten.
Ich hoffe doch sehr, dass die Therapeutin weiss, was sie tut. Ich bin auf jeden Fall megamässig gespannt und verspreche mir sehr viel davon.
Herzlichen Gruß
Dori
am 7. August 2007 um 9:53 Uhr.
Wenn jemand behauptet, dass er alleine mit Familienaufstellung Vergangenheits-Bewältigung betreibt, läuten bei mir alle Alarmglocken.
Jede Aufstellung ist eine Momentaufnahme zu einer ganz speziellen Frage. Du erhältst Einblicke, ohne Verdrängungsmechanismus. Mit diesen Informationen geht das eigentliche Bearbeiten erst richtig los.
Nach welcher Methode arbeitet Deine Therapeutin?
Wenn jemand sagt, es löst sich nach der Aufstellung das Problem, kann er Recht behalten. Doch sauber aufgeräumt ist damit nicht.
Auch hier, das Zusammenspiel macht’s. Ich halte von Monotherapien heute nicht mehr viel. Ich spreche aus einem Erfahrungswert von über 300 Einzelpersonen mit dreitägiger Einzelsitzung.
am 7. August 2007 um 9:57 Uhr.
Meine Therapeutin arbeitet nach der Methode von Hellinger.
Sicherlich habe ich eine spezielle Frage an meine Vergangenheit, die ich aber bisher nicht “abarbeiten” konnte, da ich die Zusammenhänge nicht verstehen kann. Wenn Du mit Monotherapie Einzel-Aufstellungen meinst, d.h. Therapeut und Patient, das habe ich hinter mir und das hat nichts gebracht.
am 7. August 2007 um 10:07 Uhr.
Mit Monotherapie meine ich, nur eine Methode. Ich arbeite mit aufdeckenden Verfahren.
Eine Sache anzusehen ist das eine. Es in der Tiefe zu lösen das andere. Wobei es auch noch das Zellgedächtnis gibt.
Schwermetalle und Toxine stehen manchmal wie Granitblöcke vor dem Eingang ins innere.
Ich wünsche Dir eine gute Einsicht für eine bessere Ansicht
am 13. August 2007 um 9:19 Uhr.
Hallo Dori,
wie war Deine Aufstellung?
Gruß
Norbert
am 14. August 2007 um 18:59 Uhr.
Hallo Norbert,
lieb dass Du fragst. Meine Aufstellung war heftig und ich bin gelinde gesagt im Augenblick mehr als down. Die Therapeutin meint, dass ist normal, wenn man sich anschließend nicht gut fühlt, weil ziemlich viel “Müll weggeräumt werden muß”. Ist das auch Deine Erfahrung?
Gruß
Dori
am 15. August 2007 um 10:35 Uhr.
Nach Aufstellungen ist die Energie wie weggeblasen.
Nach 2 Tagen jedoch ist mehr vorhanden als vorher.
Wenn es zu lange dauert, kann es mehrere Gründe geben.
Das Thema ist angeschaut, jedoch noch nicht entkoppelt.
Das Zellgedächtnis ist noch aktiv
Es wurde ein Aspekt angeschaut, doch gibt es noch weitere Verküpfungen.
Spontan fällt mir ein, arbeitest Du mit Farbrillen????
Könnte gerade bei Dir hilfreich sein.
Ein Vorschlag: setze Dich in eine stille Ecke, nehme einen Block zur Hand und fange an zu schreiben, ohne zu zensurieren. Lasse es dann ein paar Tage liegen.
Gehe Deinem Gefühl nach und liese es noch einmal, oder grabe es in den Boden ein, oder gebe es dem Feuer mit einem kleinem Ritual.
Schau einfach was gerade passt.
Viel Erfolg
am 16. August 2007 um 9:19 Uhr.
Danke Norbert für Deinen Tipp. Es geht mir in der Tat etwas besser, aber von Energie kann nicht die Rede sein. Ich denke, das Thema ist nicht entkoppelt, sondern nur betrachtet. Denkst Du, dass eine weitere Aufstellung sinnvoll wäre?
Hab einen schönen Tag.
Dori
am 16. August 2007 um 9:31 Uhr.
Es sollte mit einer Entkopplungstechnik geschehen. Es geht nicht, mit den gleichen Techniken ein Problem zu lösen, die dazu geführt haben.
Gruß
Norbert
am 21. August 2007 um 11:47 Uhr.
Hallo Norbert,
Du hast in einem Kommentar zur Familienaufstellung Schwermetalle und Toxine erwähnt, die manchmal wie “Granitblöcke” vor dem Eingang ins Innere stehen. Hast Du einen Tipp, was man hier tun kann, um diese
Belastungen loszuwerden? Da wäre ich Dir sehr dankbar.
Hab einen schönen Tag
Dori